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MODEST MOUSE - Strangers To Ourselves

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Artist MODEST MOUSE
Title Strangers To Ourselves
Homepage MODEST MOUSE
Label EPIC
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Nein, Isaac Brock lässt sich nicht hetzen. Deshalb mussten die Fans von MODEST MOUSE auch acht Jahre warten, bis es jetzt endlich mit „Strangers To Ourselves“ neue Konservenkost im Langspielformat zu hören gibt. Zwischen der letzten Langrille „We Were Dead Before The Ship Even Sank“ aus 2007 und dem jüngsten Studio-Output gab es 2009 zwar noch eine EP namens „No One’s First, And You’re Next“, aber auch das ist ja gefühlt schon eine kleine Ewigkeit her. Bereits seit 22 Jahren überraschen die US-Indie-Rocker um Mastermind Brock mit jeder Platte aufs Neue, weshalb gerade „Strangers To Ourselves“ nach Meilensteinen wie „Good News For People Who Love Bad News“ und dem bereits erwähnten Silberling „We Were Dead Before The Ship Even Sank“ sowie dem 1997er Durchbruchsalbum „The Lonesome Crowed West“ mit Spannung erwartet wurde.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Warten hat sich gelohnt! Den Mainstream wird Isaac mit seiner stetig wechselnden Mannschaft zwar nur bedingt glücklich machen, aber das wird auch kaum das erklärte Ziel von MODEST MOUSE gewesen sein. 15 Songs verteilen sich auf knapp eine Stunde Spielzeit und gleich zu Beginn überraschen beim eröffnenden Titeltrack „Strangers To Ourselves“ getragene Streicher, federleichte Arrangements und zarte Gesangslinien, um im Anschluss mit dem temperamentvollen „Lampshades On Fire“ auf den Indie-Dancefloor zu bitten. Ein wenig vertrackt schließt sich das geheimnisvolle „Sh*t In Your Cut“ an, bevor man nicht so recht weiß, was man vom schrägen „Pistol“ halten soll. Diese Nummer ist in der Tat speziell, aber nur ein Ausreißer, denn gleich mit dem agilen „Ansel“ gibt es erneut bewährt eigensinnige MM-Kost auf die Ohren, während „The Ground Walks, With Time In A Box“ mit schrammeligen Gitarren straight nach vorn drängt und das nachdenkliche „Coyotes“ eine kleine Verschnaufpause einlegt. Ein klares Highlight der Platte ist das aufgeräumte „Pups To Dust“, wohingegen „Sugar Boats“ als wummernder Jahrmarkt-Stomper für meinen Geschmack etwas zu dick aufträgt. Dafür entschädigt das vielschichtige „Wicked Campain“ jedoch umgehend und auch das hymnische „Be Brave“ weiß uneingeschränkt zu begeistern. „God Is An Indian And You’re An A**hole“ ist ein amüsantes Intermezzo, dem das verstörende „The Tortoise And The Tourist” auf dem Fuße folgt. Zum beschwingten „The Best Room“ darf abermals getanzt werden, ehe auf der Zielgeraden „Of Course We Know“ noch für einen dunkel-melancholischen Moment sorgt.

Die Gleichförmigkeit des Venture Out Resorts in Arizona sucht man auf „Strangers To Ourselves“ glücklicherweise vergeblich. Aber so speziell wie diese das Cover zierende und am Reißbrett entworfene Wohnwagen-Anlage, ist auf gewisse Art eben auch der jüngste MODEST-MOUSE-Longplayer, der sich allerdings nicht unbedingt an die 55+-Fraktion wendet und auch kein buntes Animationsprogramm nötig hat.

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