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MONEY FOR ROPE - s/t

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Artist MONEY FOR ROPE
Title s/t
Label HALDERN POP
Leserbewertung
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“You wanna go for a ride?/ I got sixteen hours to burn/ And I’m gonna stay up all night!” heißt es bei den TWILIGHT SINGERS zu Beginn von “Teenage Wristband”. Sie bringen damit auf den Punkt, worum es in den meisten Rocksongs geht: nämlich um den Willen, der Vergänglichkeit des Lebens mit einer radikalen Lebensweise zu begegnen. Die Zeit läuft, machen wir also das Beste daraus. Für MONEY FOR ROPE bedeutet das vor allem, dass alle Extreme ausgelotet werden müssen – koste es, was es wolle.

Als Import war das Album bereits seit 2012 erhältlich, nun über zwei Jahre später hat jemand endlich den Mut gefunden, das Release hierzulande zu übernehmen. Dabei stellen die Eckpfeiler Australien, zwei Schlagzeuger, NICK CAVE, Bier, Hitze und Staub nicht die schlechtesten Ausgangspunkte für das Album einer Band dar, die als verantwortliches Label in Deutschland nun endlich „Haldern Pop Records“ gefunden hat. Damit können dann auch Zweifel an der musikalischen Qualität des Albums bereits vor dem Hörer endgültig ausgeräumt werden. Und tatsächlich, „Money For Rope“ ist eines dieser Alben, die einem auf Anhieb umzuhauen vermögen. Vorausgesetzt natürlich, dass man mit düster-morbider Rock’n’Roll-Romantik etwas anfangen kann, die hier aus jeder Ritze strömt. Das liegt vor allem an der arschtretenden Unmittelbarkeit, mit der die Band aus Melbourne ihre Songs herüberbringt. Hier wird nichts auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, alles ist sofort fällig. Jeder Song strahlt dieses „Uns-bleibt-nicht-mehr-viel-Zeit“-Gefühl aus.

NICK CAVE spielt nicht nur geographisch eine wichtige Rolle bei MONEY FOR ROPE: Sänger Jules McKenzies kommt seinem musikalischen Vorbild bereits sehr nahe. Wie ein junger JIM MORRISON bietet er der gewaltigen Wucht der zwei Schlagzeuger einen ebenso energetischen Konter: rau, schwankend, exzessiv. Geradliniger geht es kaum, zeitloser ebenso wenig. Wer hätte erraten können, dass es sich hierbei um ein aktuelles Album handelt. Verfallsdaten erweisen sich hier als vollkommen sinnlos. Jeder Moment scheint zum Bersten angespannt zu sein, und dieser Umstand wird sich mit dem Wandel des Zeitgeistes in Zukunft auch nicht ändern. „Hang ‚Em High“ atmet dazu die heiße Wüstenluft der DOORS und bringt obendrein auch noch ein schräges Saxophonsolo mit ein, „Easy Way Out“ bewegt sich erstaunlich eigenständig auf den Pfaden, die „When the Music’s over“ vor über vierzig Jahren begründet hat und „You’ll Be Gone“ folgt der alkoholgeschwängerten Dringlichkeit GALLON DRUNKs, die sich mit MONEY FOR ROPE idealerweise ein heruntergekommenes Hotelzimmer teilen sollten. Verheerende Sachschäden sind dabei nicht auszuschließen. Von einer möglichen musikalischen Kooperation ganz zu schweigen.

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