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MONO INC. - Terlingua

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Artist MONO INC.
Title Terlingua
Homepage MONO INC.
Label NO CUT
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Terlingua ist ein kleines Nest in West-Texas. Gerade mal zwei Menschen leben hier auf einem Quadratkilometer. Die Astronomen schätzen die menschenleere Gegend wegen ihrer rabenschwarzen Nächte und auch die schwarzen Seelen der vier MONO-INC.-Members Martin Engler (Gesang), Katha Mia (Drums & Gesang), Carl Fornia (Gitarre & Gesang) und Manuel Antoni (Bass & Gesang) fanden hier Ruhe und jede Menge Inspiration für ihre achte Langrille, die deshalb auch gleich einmal den Namen „Terlingua“ erhielt.

Nach den beiden letzten Top-Ten-Longplayern „After The War“ aus 2012 und dem 2013er Nachfolger „Nimmermehr“ haben die Hamburger Düsterrocker auch mit ihrem jüngsten Baby wieder die oberen Chartpositionen anvisiert. Gleich in der VÖ-Woche ging es mit „Terlingua“ auf Platz 6; kein Wunder, denn der Silberling, der im staubigen Nirgendwo Texas getextet und komponiert wurde und in den GAGA-Studios im heimischen Hamburg seinen letzten Schliff erhielt, bringt alles mit, was die Goth-Rock-Gemeinde und darüber hinaus auch ein immer größerer werdender Anteil eher dem Mainstream zugewandter Fans glücklich macht. Um gleich alle Zweifler zu beruhigen: MONO INC. versinken nicht in der Beliebigkeit! Sie bleiben sich definitiv treu, bringen aber gleichzeitig auch neue Facetten in ihre Musik ein. So wurden die 13 Songs zumeist analog und live als Band eingespielt. Teilweise kamen sogar traditionelle amerikanische Folk-Elemente wie Steel- und Slide-Guitars zum Einsatz. Modifiziert wurde auch Katha Mias Schlagzeug-Sound, aber niemand muss auf die Stimmmalereien der Drummerin verzichten, die bereits beim eingängig-druckvollen Opener „Mondschein“ zum Einsatz kommen. So kennt und liebt man MONO INC. und auch der nachfolgende „Never-Ending Love Song“ flutscht problemlos durch die Gehörgänge, während das knackige „Heiland“ durchaus Hit-Potenzial hat. „It Never Rains“ gefällt mit sehr präsenten Gitarren und einer leicht unterkühlten Dark-Wave-Note, wohingegen die erste Single-Auskopplung „Tag X“ mit hymnischen Melodien dazu auffordert, das Leben im Hier und Jetzt zu genießen. Die gefühlvolle Abschiedsballade „118“ verdankt derweil ihren Titel dem Highway 118, der Terlingua mit der Welt verbindet und eine Straße des Kommens und Gehens ist. Nach diesem Ausflug in ruhigere Gefilde geht es mit „Die Noten deines Lebens“ in RAMMSTEIN-Manier in die Vollen, ehe das treibende „Still“ erneut die Background-Vocals der Schlagzeugerin in den Fokus rückt. Dafür bekommen die elektronischen Elemente auf dem temperamentvollen „An klaren Tagen“ und dem extrem tanzbaren „Love Lies“ mehr Raum, unterdessen das instrumentale „Emory Peak“ passend zum Cover mitsamt Mundharmonika für einen kurzen Moment Western-Feeling aufkommen lässt. Der Titeltrack „Terlingua“ ist so etwas wie die musikalische Essenz der Zeit in Texas, die übrigens bereits im März 2014 begann. Damals waren MONO INC. schon mal für fünf Tage auf „ihrer“ Ranch am Rio Grande, die sie ein halbes Jahr später nochmals für fünf kreative Wochen aufgesucht haben. Abgerundet wird die LP vom atmosphärisch dichten „Study Butte“, mit dem die 2000 gegründete Dark-Rock-Combo abermals ihre Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellt.

Wie schon auf dem Vorgänger „Nimmermehr“ wird auf „Terlingua“ auch die deutsche Sprache bedient. Ansonsten setzen MONO INC. auf Altbewährtes und schaffen es trotzdem, auch neue Impulse in ihren Sound einzubetten. So ist zweifellos die rockigste Platte der vier Hanseaten entstanden, die ihren achten Streich übrigens selbst als ihr persönlichstes Album bezeichnen.

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