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MONTYS LOCO - Man Overboard

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Artist MONTYS LOCO
Title Man Overboard
Homepage MONTYS LOCO
Label NONS RECORDS
Leserbewertung
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MONTYS LOCO, das sind zwei Schwedinnen, die entgegen der Tradition ihrer Heimat keinen Pop zu bieten haben. Vielmehr geht es auf ihrem dritten Album sehr experimentell zu. 10 Stücke bei nicht mal einer halben Stunde Spielzeit deuten schon an, dass die einzelnen Titel meist nicht dem üblichen Strophe-Refrain-Songaufbau entsprechen. Stattdessen bekommt man Snippet-artig ein Kaleidoskop kleiner Ideen geboten. Die Stimme von Anja Bigrell, die stets im Vordergrund steht, erinnert schwer an SINÉAD O’CONNOR, aber auch etliche andere Damen-Namen werden noch zu nennen sein. Begleitet wird sie von Marie Eklund an der Gitarre. Chöre, Glocken, Orgel, Sirenen und so mancherlei Percussion geben dem Ganzen einen krautigen Kick.

Das Duo scheint die Musik etlicher Geschlechtsgenossinnen zu mögen, der 90 Sekunden – Opener “Borderline” mutet zum Beispiel an, als wenn HEATHER NOVA mit der Entrücktheit einer BJÖRK singt. Auch vom folgenden „Give me more“ bleibt am ehesten der expressive Gesang in Erinnerung. „Try to push it“ mit zarter Gitarrenbegleitung und kleinen Trommeleruptionen erinnert von der unterschwelligen Dramatik ein wenig an KATE BUSH, ebenso geht es mir bei „Wasteland“. „Man overboard“ wird jeder jenseits der 30 als Sinéad-Plagiat erkennen. „Accident“ versucht sich mit elektronischen Klängen, hier mal 4 Minuten lang und entbehrt nicht einer subtilen Monotonie. „Road kill“ und „No halo“ hingegen gehen ein wenig in die Country-Jazz-Richtung, jedoch zu experimentell für eine NORAH JONES.

Jedes Stück einzeln betrachtet ist für Anhänger oben genannter Referenzen auf jeden Fall interessant. Qualitativ kann man auch durchaus mithalten, und Anja weiß ihre Stimme vielfältig einzusetzen. Die Aufnahmen sind sehr impulsiv und oft improvisiert entstanden, wie das Duo in den Promo-Infos schildert- und das hört man dem Gesamtwerk an. Die schnell aufeinanderfolgenden Stimmungs- und Stilwechsel machen das komplette Durchhören der CD für meinen Geschmack ein wenig anstrengend. Ich jedenfalls wüsste auf Anhieb keine Gelegenheit, bei der mir das in Gänze gefallen würde und hätte mir oft eine weitere Ausarbeitung einer an sich gelungenen 90 Sekunden-Idee gewünscht.

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