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MONUMENTUM - Ad Nauseam

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Artist MONUMENTUM
Title Ad Nauseam
Homepage MONUMENTUM
Label Tatra Records
Leserbewertung
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Dass aus Mailand nicht nur guter Fussball, sondern auch erstklassige Musik kommt, beweisen Monumentum. Deren Ursprünge reichen bereits zurück bis 1987, aber obwohl zwei Jahre später ein erstes Demo das Licht der Welt erblickte, dauerte es bis zum Jahre 1995 bis das Debutalbum „In absentia christi“ auf Misanthropy Records erschien. Zuvor wurde noch eine Split-EP mit Rotting Christ veröffentlicht und ein früherer Plattendeal mit DSP, dem damaligen Label von Euronymous, welcher das Potential der Italiener früh erkannte, scheiterte an den sicherlich bekannten unchristlichen Umständen.

Aufgrund von Problemen bei der Suche nach einem geeigneten Sänger, gab es im weiteren Verlauf nur vereinzelte Tracks auf dem Misanthropy-Sampler „Presumed guilty“ und einem Tribute to Death SS als kleine Lebenszeichen zu vermerken. Wegen dieser und anderer Widrigkeiten sowie einem Labelwechsel dauerte es weitere 6 Jahre bis man in Andrea Stefanelli fündig wurde und gemeinsam mit ihm ein neues Album in Angriff nahm.

Nun aber zur Musik: Geschadet hat die lange Wartezeit nämlich nicht. Denn auch wenn das Material auf „Ad nauseam“ mit dem des Vorgängers nicht wirklich vergleichbar ist, kann sich das Ergebnis hören lassen. Der Kopf der Band, Roberto Mammarella, hatte sich zum Ziel gesetzt, auch seine aufgrund der langen zeitlichen Differenz mittlerweile veränderten Inspirationsquellen in den Schaffensprozeß einfließen zu lassen und nicht bloß eine Kopie des durch Einzigartigkeit geprägten Debuts zu erschaffen. So wurden die Grundideen der Kompositionen zunächst am Computer ausgearbeitet und ihnen dann Gitarren, Bass und Schlagzeug beigefügt, um den Stücken – allerdings entfernt von typischen Schemata – auch einen analogen Stempel aufzudrücken. Bei dieser Kombination der klassischen Rock-Zutaten mit einer Fülle von Sequencing, Sound-Effekten, Sampling und anderen Klangfragmenten hat man es geschafft, dass ein Rädchen ins andere greift und letztlich ein rundes Gesamtbild entstanden ist.

Im Vordergrund des sich ergebenden Sounds steht vor allem der Reichtum an düsterer, leicht depressiver Atmosphäre und emotionaler Stimmung. Man sinkt immer tiefer in die dargebotene graue Welt, in der aber gelegentlich auch Momente der Wärme und des Lichts sich Platz verschaffen. In gewisser Weise also eine Mixtur aus verhaltenem „Dark Rock“ und elektronischen Elementen. Der Gesang ist sehr variabel, auch mal gehaucht oder geflüstert, mal bedrückt und zerbrechlich, und dann wieder mit voller Inbrunst, aber jederzeit emotional. Zur Verstärkung kommt in einigen Songs noch eine angenehme weibliche Stimme dazu. Die Texte sind sowohl in englischer als auch in italienischer Sprache.

Einer der Höhepunkte ist gleich der mit einem eingängigen Chorus versehene Opener „Last call for life“, dessen Stil sich am ehesten noch mit dem der Landsmänner von Canaan, gepaart mit etwas Daemonia (aka Goblin; ihreszeichens verantwortlich für zahlreiche Soundtracks zu Dario Argento-Filmen), vergleichen lässt. Überhaupt trifft es auch auf Monumentum zu, dass deren Werk über einige Strecken Soundtrack-Flair erzeugt.

„Ad nauseam“ ist jedenfalls ein Album, für das man sich Zeit nehmen muss und sollte, und dafür dann aber auch belohnt wird, sobald die Scheibe sich erstmal Aufmerksamkeit verschafft hat.

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