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MOONSPELL - The Antidote

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Artist MOONSPELL
Title The Antidote
Homepage MOONSPELL
Label CENTURY MEDIA
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Seien wir doch mal ehrlich, im Schaffen von MOONSPELL kann man bislang drei Phasen ausmachen: Sturm und Drang mit den allseits höchst beliebten “Wolfheart” und “Irreligious” (die erste Mini nicht zu vergessen!), die von den Fans nicht sonderlich wertgeschätzte experimentelle Phase mit den beiden mittleren Alben und schließlich eine Art Rückbesinnung in Form der „Darkness and Hope“ CD. Die war melodisch, nicht überproduziert und im wesentlichen Gothic Rock. Jetzt starten die Portugiesen einen neuen Anlauf und man kann es vorwegnehmen: So kraftvoll habe ich sie nicht mehr erwartet! Vielleicht waren Fernando und Co. auf der kleinen Century Media Party in der Zeche Bochum deshalb so begeistert von ihrem eigenen Material (nebenbei entpuppten sie sich noch als nette Zeitgenossen mit einem Faible für Horrorfilme!).

Wobei der Pressetext dieses mal Recht hat, „The Antidote“ startet sehr brutal und endet dann mehr oder weniger versöhnlich, Death Metal ist es natürlich nicht, aber METAL und wieder deutlich härter als alles, was in den letzten 7 Jahren aus dem Bandlager gekommen ist. Vor allem der Opener überrascht in seiner Konsequenz und den richtig heftig herausgebrüllten Vocals, wird mit Sicherheit ein neuer Klassiker im Live Set werden. Die bereits vorab veröffentlichte Single „Everything invaded“ steht dem kaum nach, auch dieses Stück lebt von den Laut-/ Leise-Dynamics, die sich durchs ganze Album ziehen. Dazu gibt es auch ein nettes Video im Stile des Carpenter Films „Vampires“. Übrigens sind MOONSPELL dieses mal produktionstechnisch einen neuen Weg gegangen, und zwar einen nordischen auf in die Finnvox Studios mit dem Oberhirten Hiili Hiilesmaa (HIM, SENTENCED). Dazu hat man sich gleich einen kompetenten Bassplayer an Bord geholt, der da Niclas Etelävuori heißt und ansonsten bei AMORPHIS herumfummelt. Ergebnis: Ein warmer kräftiger Sound, der die vielen kleinen Details ins rechte Licht rückt. Gerade diese Feinheiten, die für eine Verbesserung im Bereich Arrangements stehen, sorgen dafür, dass die Platte auf Dauer nicht langweilig wird. Immer wieder tauchen Keyboardspielereien im Hintergrund auf, ein wenig auch an Horrorsoundtracks erinnernd. Atmosphäre wurde ganz groß geschrieben, besonders in der zweiten Hälfte mit den episch ausgelegten „Capricorn at her Feet“ oder „Lunar Still“. „A Walk on the Darkside“ schlägt dann wieder die Brücke zum Gothic Rock des Vorgängers.

Wenn man der Band überhaupt etwas vorwerfen möchte, dann vielleicht, dass man die harten Stücke hätte etwas mehr verteilen können, um so einen anderen Rhythmus zu erzielen, das sind aber Peanuts. Neben der Musik findet man auf „The Antidote“ noch einen CD-Rom Part, wo es eine komplette Sammlung von Kurzgeschichten zu entdecken gilt. Verfasst hat diese der bekannte portugiesische Dichter Jose Luis Peixoto auf Basis der MOONSPELLschen Lyrics, also mal eine Inspiration vice versa. Für mich kann diese Scheibe Platz drei der internen Bandolympiade einnehmen, und da die beiden ersten Plätze Klassiker sind, kann man das als großes Kompliment verstehen!

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