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MORBID ANGEL - Heretic

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Artist MORBID ANGEL
Title Heretic
Homepage MORBID ANGEL
Label EARACHE
Leserbewertung
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10.0/10 (4 Bewertungen)

MORBID ANGEL sind zurück mit ihrer achten Veröffentlichung (Sieben Studioalben und die Live-Scheibe „Entangled in Chaos“) und mir wird zum ersten Mal klar, dass die Amis nach System vorgehen. Nacheinander beackern sie nämlich mit den Anfangsbuchstaben ihrer Releases das Alphabet und so ist jetzt logischerweise das „H“ dran: Ergo „Heretic“ (auf Mark Sassos Cover in Form von „Lilith, der Göttin der Ketzerei“ dargestellt). Was machen sie wohl, wenn sie als Greise irgendwann mal das „Z“ erreicht haben? Aber das soll jetzt auch egal sein, solange sie technisch so hochstehende Scheiben zusammenzimmern. Heuer agiert man wieder als Trio mit Steve Tucker als Chefgrunzer, aber ohne Erik Rutan, der sich endgültig nur auf HATE ETERNAL konzentriert.

Zunächst bemerkt man eine leichte Änderung beim Sound, die Gitarren sind etwas mehr in den Hintergrund gemischt worden, der Sound wirkt dadurch etwas organischer. Ansonsten vermeiden es MORBID ANGEL nach wie vor, sich dem simplen „Stophe-Refrain-Strophe-Spielchen“ hinzugeben. Die Stücke werden erst nach mehreren Durchläufen zugänglicher, wenn man die wahnwitzigen Gitarrenparts einigermaßen durchschaut hat. Was Trey Azagthoth an Akkorden, Griffen und Spielereien aus seinem Instrument holt, kann nach wie vor nur als einzigartig beschrieben werden. Dazu trommelt sich Sandoval die Becken aus dem Leib… Neben den klassischen Blast Parts streut er diesmal auch einige schräge, fast versteckte Grooves ein. Die Songs halten sich meist im Midtempo auf, hin und wieder explodieren sie aber auch („Within thy Enemy“). Besonders auffallend ist die große Anzahl an Instrumentals, die CD wird gleich mit 4 Stücken dieser Art abgeschlossen! „Memories of the Past“ besteht nur aus einer klassischen traurigen Piano-Melodie mit Streicheruntermalung, „Victorious March…“ ähnelt dem Soundtrack eines Monumentalfilms in seiner Erhabenheit und der „Drum Check“ ist tatsächlich „nur“ ein überzeugender Beweis für Sandovals Schlagfertigkeit. Das abschließende „Born Again“ quält dann noch mit einer sehr schrägen Gitarrenspielerei. Schon komisch, den Zuhörer mit derlei Kunststücken zu entlassen, aber immerhin überraschend.

Neben dieser Eigentümlichkeit kann „Heretic“ aber durchaus überzeugen und schlägt meiner Meinung nach sogar die beiden Vorgängeralben. Wer bisher noch nichts mit MA anfangen konnte, wird auch weiterhin nicht bekehrt, für alle Anhänger des technischen und brutalen Death Metals aber sicher ein oraler Orgasmus…

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