Band Filter

MORBID ANGEL - Illud Divinum Insanus

VN:F [1.9.22_1171]
Artist MORBID ANGEL
Title Illud Divinum Insanus
Homepage MORBID ANGEL
Label SEASON OF MIST
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
8.3/10 (31 Bewertungen)

Endlich ist es soweit! Gebannt hat die Death Metal- nein, DIE Metal-Gemeinde generell den Tag erwartet, an dem endlich das neue Album von MORBID ANGEL erscheint! Satte 8 Jahre sind nach dem letzten Album „Heretic“ und locker 7 Jahre seit der Rückkehr von David Vincent (Vocals, Bass) vergangen. Kein Wunder, dass die Spannung mit jedem Tag, mit dem das Release näher rückte, unerträglicher wurde. Und eines gleich vorweg: Wer nun die große Rückkehr einer der größten Death Metal-Bands aller Zeiten erwartet, die uns mit „Altars of Madness“, „Blessed are the Sick“, „Covenant“ und „Domination“ zeitlose Klassiker beschert hat, dürfte bei „Illud Divinum Insanus“ einen mittelschweren Schock erleiden!

MORBID ANGEL schauen nicht zurück, versuchen nicht alte Stärken wieder aufzubacken oder gar eine Art Best of des eigenen Schaffens zu kreieren. Sie gehen den nächsten Schritt und den wird nicht jeder verstehen! Schon auf der „Nevermore“-Single liess der COMBICHRIST-Remix des Songs „Destructos vs the Earth“ überraschend aufhorchen und auch der Opener der neuen Scheibe zeugt von experimenteller Verspieltheit im Hause der kranken Engel. So stampft „Too Extreme“ mit industrieller Brutalität nach vorne! Pumpende Bassdrum statt virtuoser Gitarrenkunst und heiser-energische Shouts anstelle inbrünstigen Donnergrowlens beherrschen die Szenerie! Das muss man erstmal sacken lassen! Doch wer hier nur an eine Art „Intro“ glaubt, liegt falsch, denn MORBID ANGEL 2011 gehen tatsächlich neue Wege. So rollt auch die Album-Version von „Destructos vs the Earth“ mit deutlicher Industrial Rock-Schlagseite nach vorne und beim eigenwilligen, kantig-groovigen „Radikult“ kommt einen… ja, ernsthaft… gar MARILYN MANSON in den Sinn!

So, nun ist die Katze aus dem Sack! Gelindert wird dieser „Schock“ durch einige Songs, die durchaus der legendären History von MORBID ANGEL gerecht werden. So überzeugt „Existo Vulgoré“ mit wummernden Bassdrums, infernalischen Blast-Attacken und präzisen Axt-Frickeleien, „I am Morbid“ wuchtet sich im drückenden Midtempo und mit einem eingängigen Refrain nach vorne, was schon fast an „Domination“-Zeiten erinnert und „Beauty meets Beast“ bretzelt und frickelt klassisch komplex alles in Grund und Boden, wartet dazu aber auch mit einem eingängigen Mittelteil auf. Der gnadenlose „Nevermore“-Killer ist ja bereits von den letzten Live-Angriffen gut bekannt. Das sind halt die Zutaten, die man von MORBID ANGEL kennt und die sich so mancher Fan sicherlich auch für das gesamte Album gewünscht hätte.

Hinsichtlich der musikalischen Umsetzung darf man zu Recht geteilter Meinung sein. Da ist beispielsweise die Frage, ob man nach all den Jahren nicht auch noch einige Monate hätte dranhängen können, damit Drummer Pete Sandoval nach seinen gesundheitlichen Problemen wieder voll auf der Höhe ist, um das Album selbst einzuspielen? Allerdings hat Ersatzmann Tim Yeung eine grandiose Arbeit abgeliefert! Dazu die Frage, warum sichTrey Azagthoth – für seine Verhältnisse – in Sachen Frickelei so zurückhält und warum David Vincents Growls oftmals nicht die alte Intensität aufweisen… Können die Herren einfach nicht mehr so oder wollen sie nicht? Meiner Meinung nach einfach zu beantworten, lauscht man „Illud Divinum Insanus“ intensiv: Es ist die volle Absicht! „Blades for Baal“ oder auch „Beauty meets Beast“ z.B. beweisen, dass Vincent und Azagthoth es weiterhin voll drauf haben! Die neue Ausrichtung, die u.a. bei „Too Extreme!“ deutlich wird, benötigt aber nun mal auch eine Variation auf dem spielerischen Sektor!

Nimmt man sich die Zeit und zudem die nötige Toleranz, gibt sich das neue Album von MORBID ANGEL so open-minded, wie man es gerade von den Amis nie erwartet hätte. Da muss man einfach neidlos anerkennen, dass auch Songs wie „Radikult“ absolute Knaller sind! Nein, das sind nicht MORBID ANGEL, wie man sie kennt, verständliche Hoffnungen und Wünsche werden nicht unbedingt erfüllt! Aber ohne Frage wird „Illud Divinum Insanus“ in der Szene einschlagen… die Folgen allerdings sind jetzt bei weitem noch nicht abzusehen!

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

MORBID ANGEL - Weitere Rezensionen

Mehr zu MORBID ANGEL