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MORCHEEBA - Head Up High

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Artist MORCHEEBA
Title Head Up High
Homepage MORCHEEBA
Label PIAS
Leserbewertung
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8.5/10 (2 Bewertungen)

Wer ist bloß auf die Idee gekommen, Rap-Verse in „Nicht-Rap-Songs“ zu packen und das auch noch cool zu finden? Nichts gegen das Genre (natürlich nur, solange die Texte nicht zu Übergriffen auf bestimmte Bevölkerungsgruppen aufrufen), aber „normale“ Popsongs kommen auch gut ohne solche Einlagen aus. Hätte das doch bloß mal jemand den Jungs und dem Mädel von MORCHEEBA gesagt, als sie ihr aktuelles Album „Head up High“ aufgenommen haben. Hat nur leider niemand, und so tummeln sich auf ein paar Stücken (zum Glück nicht auf vielen) diese störenden Elemente, die zur relaxten Musik der britischen Formation so gar nicht passen wollen.

Sieht man aber von diesen Ausreißern ab, ist bei MORCHEEBA alles beim Alten, jedenfalls weitestgehend. Das kann man als gutes Zeichen deuten, aber auch als schlechtes, denn von einer Weiterentwicklung ist man ziemlich weit entfernt. Was die Gebrüder Godfrey und Ur-, Zwischendurch-Ex- und Jetzt-Wieder-Frontfrau Skye Edwards auf „Head up High“ präsentieren, liegt auf der gleichen Linie wie frühere Erfolgssingles wie „Rome Wasn’t Built in a Day“ aus dem Jahr 2000 oder auch „Wonders Never Cease“ von 2005, hierzulande weitestgehend das letzte Lebenszeichen der Band. Angesagt ist also der relaxte Lounge-Soundtrack, der schnell dafür sorgt, dass einem die Texte und deren mögliche Botschaft ganz egal sind, weil alles einfach so lässig ist, dass man sich darüber gar keine Gedanken machen möchte. Und natürlich auch, weil Sängerin Skye Edwards die Aufmerksamkeit des Zuhörers schnell auf ihre wohltuende Stimme lenkt, mit der sie ebenso gut die Ankunfts- und Abfahrtzeiten der Züge an der Victoria Station singen könnte, ohne dass einem langweilig würde. Wenn man den Track „Make Believer“ einmal ausklammert (weil er Reggae-beeinflusst nicht so ganz ins Gesamtkonzept passen will, aber durchaus eine Richtung andeutet, in die sich MORCHEEBA gerne öfter bewegen dürfte), dann schwankt die Atmosphäre zwischen weitestgehend („Under the Ice“), ziemlich („Hypnotized“) und total relaxt („Finally Found You“).

So tiefen-entspannt fällt es einem dann auch schwer, etwas wirklich Schlechtes über dieses achte Album zu sagen oder zu schreiben (ausgenommen eben das nervige Gerappe). Es bleibt dann auch nach dem zehnten Hören die entscheidende Frage ungeklärt: Soll man sich freuen oder beklagen, dass MORCHEEBA klingen wie eh und je?

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