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MORRIS - The right thing

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Artist MORRIS
Title The right thing
Homepage MORRIS
Label TANTRIX/ GOODSONGS/ SONY MUSIC
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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Hier scheint sich jemand ganz sicher zu sein. „Do you believe in me?“ fragen MORRIS noch von Zweifeln geplagt im ersten Song dieser CD, doch das an DEPECHE MODE angelehnte Covermotiv deutet bereits an, dass man das Ziel klar und deutlich vor Augen hat: Musik für die Massen soll es sein und gleich mit dem ersten Album der Durchbruch an allen Fronten. Da man diese Art von Selbstinszenierung kennt, fragt man sich besorgt: Muss dabei nicht zwangsläufig auch Massenware herauskommen?

Wenn dann die Konstellation auch noch 1:1 dem Erfolgsrezept der Softrocker REAMON entspricht (englischer Muttersprachler steht deutschen Muckern vor), scheint das Urteil bereits gefällt – dabei ist diese Art von journalistischem Schnellschuss selbstverständlich genauso ablehnenswert wie die oft beispiellos kruden Methoden der Musikindustrie und wer seine Ohren nicht zum Beleg der eigenen Vorurteile, sondern trotz schlechter Erfahrungen zum Zuhören verwendet, wird gerade in der ersten Hälfte dieses Albums reichlich belohnt. In dieser gelingt dem Trio um Frontmann und Songschmied Wayne Morris ein gutes halbes Dutzend starker Songs, denen die Eingängigkeit der Hitparade kein Schimpfwort ist, die sich jedoch mit beinahe naivem Charme wohltuend von den zumeist klinisch sauberen Chartsacts absetzen und die andersherum die Vorbilder aus Folk und Rock zu lupenreinen Popmeisterwerken umzudeuten wissen. So verfügt „We all belong“ über den selben spröden Beat, den auch die unfassbar schöne SOPHIE ZELMANIs für ihr kleines Meisterwerk „Me and him“ verwendete, greift aber im Refrain plötzlich in die Vollen. Das mag so Manchem ein wenig zu viel des Guten sein, doch guter Pop braucht eben auch ein gehöriges Maß an Glamour und genau deswegen funktionieren auch der mit einem Intro im Stile von THE CLASH lockende Titelsong und das dezent rockende „I’m still working out“ vorzüglich. MORRIS verzichten dabei durchgehend auf Loops und Elektronik, was den Stücken eine gewisse Unschuld verleiht, die man sogar den Watschelentchen von WONDERWALL nicht abnähme. Die selbe Hemdsärmeligkeit führt aber spätestens dann zu einem leicht unbehaglichen Gefühl, wenn es in die zweite Runde geht, in der sich zwar nicht der Ausschuss, aber zumindest die B-Ware befindet, denn gerade hier hätten einige Tracks, darunter das eigentlich starke „Wake-up Call“, entweder von mehr Distortion in den Gitarren oder eben von tatkräftiger Unterstützung aus der elektronischen Trickkiste profitiert.

Andererseits macht das die Band auch wieder sympathisch, wie sie ihr Ding durchzieht, ohne dabei ständig auf den breitenwirksamen Effekt zu schielen. Und schon anhand der lediglich zweckdienlichen und niemals aufdringlichen Fotos wird erkenntlich, dass auch die Kunst der Selbstinszenierung an MORRIS erfreulicherweise keine Spuren hinterlassen hat. Vielleicht keine Musik für die Massen. Aber ganz sicher auch keine Massenware.

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