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MORS CORDIS - Das Prinzip

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Artist MORS CORDIS
Title Das Prinzip
Homepage MORS CORDIS
Label TTS MEDIA
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Bands, die HipHop- und Metalelemente mischen, kennt man bisher hauptsächlich aus den USA, wo solcherlei „Nu Metal-Bands“ schon einige Jahre lang etabliert sind (Anfang der 90er gab es auch eine Riesenwelle hierzulande, Anm. der älteren Redaktion). MORS CORDIS wagen nun einen Crossover, der sich noch progressiver gibt. Deutschsprachige Raps treffen auf englische Growls, Loops auf harte Gitarren, ab und zu sorgt eine Gastsängerin für sentimentale Klänge.

Eine derartige Mischung umfassend zu beschreiben ist keine Kleinigkeit. Man muss allerdings anerkennen: In vielen Fällen funktioniert der der Mix sehr anständig. Energetische Hochgeschwindigkeits-Raps und Growls ergänzen sich zu harter Begleitung wirklich gut. Zusammen mit elektronischen Loops wie zum Beispiel bei „Nobody“ wird dann ein Vorwärtsdrang erzeugt, den sich jeder Tuningfan im CD-Player seiner aufgemotzten Reisschüssel nur wünschen kann. Stücke wie „Tief in mir“ oder „Desire for Perfection“ hingegen sind eine Ecke zurückhaltender und erinnern mit dem Gesang (der stimmmlich leider nicht uneingeschränkt überzeugen kann) eher an typische Gothicsongs. Im Gegensatz zu den musikalischen Mixereien wirken die Lyrics manchmal unoriginell. Wo die gerappten Strophen meist gelungen sind, klingen Sprüche wie „Fuck your religion“, „War remains war“ und „Stand up for your rights“ im Refrain ausgelutscht und werden über-strapaziert. Auch thematisch lassen sich MORS CORDIS nicht festlegen. Bei den wechselnden Inhalten der Songs wurden nicht immer günstige Abfolgen gewählt. Der skurrilste Song ist beispielsweise „Im Namen der Grimms“, in dem die Grimm’schen Märchen als Motivation für Morde des Erzählers fungieren. Statt Grusel entsteht hier eher unfreiwillige Komik, wenn böse gegrowlt wird, dass Großmutter „in niedlichen Happen“ zum Backen in den Ofen soll. Im nächsten Titel wird dann wieder mit bitterem Ernst unter anderem Polizeigewalt thematisiert. Mit diesen „Sprüngen“ untergräbt die Band die Glaubwürdigkeit ihrer Texte mit ernsthaften Botschaften.

Im Großen und Ganzen kann man MORS CORDIS all jenen empfehlen, die musikalisch nicht gerne auf festgetretenen Pfaden wandern und es zu schätzen wissen, wenn eine Band sich nicht in ein Genre pressen lassen will. Diese Menschen werden zu jeder Stimmungslage mit unterschiedlichen Kompositionen recht gut bedient, auch wenn nicht bei jedem Lied der Stilmix stimmig ist.

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