| Artist | MORTEM |
| Title | Mørketid |
| Homepage | MORTEM |
| Label | PEACEVILLE |
| Leserbewertung |
Ursprünglich wurde MORTEM als jene norwegische Kultband bekannt, aus der später ARCTURUS hervorgehen sollte. Ende der Achtziger von Marius Vold (Gesang) und Steinar Sverd Johnsen (Gitarre & Keys) gegründet, zählte MORTEM zu den ersten Black-Metal-Bands, die in Norwegen aus der Versenkung auftauchten. Sie veröffentlichten das begehrte und brutale Demo „Slow Death“, bei dem Euronymous und Dead von MAYHEM als Produzent beziehungsweise Cover-Künstler fungierten, während MAYHEMs Hellhammer das Schlagzeug als Session-Musiker einspielte. Nach der Veröffentlichung von „Slow Death“ wurde die Band für lange Zeit zu den Akten gelegt; die Mitglieder gründeten stattdessen ARCTURUS und THORNS oder wirkten in diesen mit – Bands, die sich als feste Größen in der Black-Metal-Szene und darüber hinaus etablieren sollten. Jetzt sind MORTEM mit einer neuen Ode an die Dunkelheit zurückgekehrt: „Mørketid“ heißt die Platte, die auf das 2019er Debüt „Ravnsvart“ folgt. Sie verspricht die Kombination düsterer, monumentaler Riffs im mittleren Tempo mit Ausbrüchen von rasendem Black Metal.
Auf insgesamt acht Songs mit knapp 45 Minuten Spielzeit kredenzen die Herrschaften nicht nur brachialen und oft epischen Black Metal, sondern auch Sverds unverwechselbare Keyboard-Texturen, Hellhammers unverkennbare Schlagzeugkunst und das aggressive, wiederkehrende Fauchen von Sänger Marius. Unterstützt werden die Jungs vom Gitarristen Jamie „Astennu“ Stinson und dem Bassisten Tor R. „Seidemann“ Stavenes Mit dem eröffnenden Titeltrack „Mørketid“ geben die Nordmannen auf eindringliche Weise die Richtung vor. Kollege Vold rotzt seine Vocals mit einer gehörigen Portion Garstigkeit raus, das Tasteninstrument sorgt für einen gewissen Gänsehaut-Moment, während es die Langäxte und die Schießbude ordentlich krachen lassen. Derweil drückt das symphonische „Skyggeånd“ amtlich aufs Gas und wäre auch geeignet, die Industrial-Gemeinde auf den Düster-Dancefloor zu locken. Das scheppernde „Aftermath“ dürfte zumindest seine Gitarrenarbeit dem klassischen Heavy Metal entlehnt haben und mit „Den sanne gut“ finden sich die Norweger im Death-Metal-Kopfnicker-Modus wieder, nachdem zuvor mit „Blodvassen grunn“ Tempo gemacht wurde und auch „Mørkets ormebol“ nichts anbrennen lässt. Mit dem finalen „Ditt ødes ære“ verabschieden sich MORTEM schließlich fast schon versöhnlich.
„Mørketid“ wurde im renommierten Toproom Studio in Norwegen von Børge Finnstad und Kevin Kleiven aufgenommen. Hier haben auch bereits Combos wie MAYHEM, BORKNAGAR und ENSLAVED ihre Mucke eingespielt, am Sound gibt es deshalb schon mal nichts zu meckern und auch stilistisch servieren MORTEM mit ihrem zweiten Langspiel-Streich abwechslungsreichen Black Metal nordischer Prägung, der sich hören lassen kann.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.