Band Filter

MOSKOTE - Siebenstreich

VN:F [1.9.22_1171]
Artist MOSKOTE
Title Siebenstreich
Homepage MOSKOTE
Label ENDZEIT PRODUCTIONS/ SX DISTRIBUTION
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

Bereits einen gewissen Bekanntheitsgrad erhalten haben MOSKOTE durch ihre ersten beiden Alben „Der Feuerbarde“ und „Wiederkehr“. Nun stellen die Deutschen ihr neuestes Werk „Siebenstreich“ vor. Thema der CD: der Harz in all seinen Facetten: Ein wenig „Walpurgis“-Nacht, ein wenig „Blutpfingst zu Goslar“. Die 7 quer durch Deutschland verteilten Musiker versuchen sich an einer Mischung aus Mittelalterrock, Rap, Metal und lehnen sich hiermit – und mit der markanten Stimme von Sänger Lars – sehr nahe an den Stil der „Brachialromantik“ der LETZTEN INSTANZ an.

Die CD beginnt lauthals mit „Tyll Ulenspiegel“, einer Hommage an den bekannten Gaukler aus Braunschweiger Landen und dem daraus entstehenden Hinweis, einfach so zu sein, wie man will – und sich auch von schlechten Zeiten nicht unterkriegen zu lassen. Auf einer wahren Begebenheit beruht das folgende sehr mittelalterlich gehaltene Lied „Blutpfingst zu Goslar“. Im Jahre 1063 kam es im Goslar’schen Dom zu einer blutigen Schlacht zwischen Fuldaern und Hildesheimern, bei welcher der Sage nach der Teufel höchstpersönlich mitgemischt haben soll. Der Song „Siebenstreich“ dagegen stellt in Rapform die Band mit all ihren Gesichtern vor. Das darauffolgende Lied „Wahre Liebe“ klingt wie ein Lagerfeuer- und Trinklied. Welch Wunder, geht es doch in dem Text vorwiegend um Bier und Trunkenheit. „Fief Söhne“ ist ein traditioneller Song in neumodischer Fassung. Singt Lars den Text auch in Altdeutsch, so sind die hierbei sehr gelungenen E-Gitarren-Einflüsse nicht zu verachten. Nachdenklich stimmt der ruhig gehaltene nächste Track, den ich als bestes Stück der CD empfinde. „Wildwuchs“ handelt von einem Jungen von 15 Jahren, vom Leben gequält und verachtet, der sich unwissentlich mit den Drogen seiner Mutter vergiftet. Metallisch geht es dann weiter mit „Das Geheimnis“, direkt im Anschluss folgt „Eisregen“ – welches mich entfernt ein wenig an Punkrock der Anfangsneunziger erinnert. „Walpurgis“ – wie sollte es anders sein – behandelt das Thema der Walpurgisnacht. Am 30sten April jeden Jahres findet der Hexentanz auf dem Harzer „Brocken“ statt. Mittlerweile beschränkt sich dieses bunte Treiben jedoch nicht mehr nur noch auf den Harz sondern hat viele Freunde in ganz Deutschland gefunden. Den Abschluss der CD bildet „Passé Preparé“, ein vorwiegend in Gesang gehaltenes Lied über das Warten auf den Tod und das Glück, ihm doch noch mal entkommen zu sein. Drollig aufgemacht unterstreicht eine passende Geräuschkulisse jede Strophe des Songs.

Sehr sympathisch finde ich den Hinweis auf den nicht-vorhandenen Kopierschutz auf der letzten Seite des Booklets. Kein Verbot, die CD zu brennen, sondern einfach ein paar Hinweise, warum man es nicht tun sollte. Im Großen und Ganzen enthält die 47 Minuten lange CD eine ordentliche Musikmischung, wenn diese auch nicht ganz meinen Nerv getroffen hat. Dennoch sollten Freunde der mittelalterlichen Musik sich nicht davon abhalten lassen, mal reinzuhören. Auch wenn Lars’ markante Stimme wahrscheinlich für geteilte Meinungen sorgt, so wird „Siebenstreich“ auf jeden Fall den Einen oder Anderen zum tanzen und mitsingen einladen.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

MOSKOTE - Weitere Rezensionen

Mehr zu MOSKOTE