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MOTORPSYCHO - The All Is One

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Artist MOTORPSYCHO
Title The All Is One
Homepage MOTORPSYCHO
Label STICKMAN RECORDS
Leserbewertung
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9.0/10 (3 Bewertungen)

MOTORPSYCHO aus dem norwegischen Trondheim beenden mit der Doppel-CD „The All In One“ ihre lose verbundene Trilogie, die informell den Namen „Gullvåg Trilogy“ erhalten hat. Ob es sich dabei um eine Reminiszenz an den Maler Håkon Gullvåg handelt, der ebenfalls in Trondheim zuhause ist, vermag ich nicht zu sagen. Auf jeden Fall zeichnet der 61-jährige für das Cover-Artwork verantwortlich, wobei der MOTORPSYCHO-Sound auch hervorragend zu den düsteren Landschaften und fantasievollen Szenarien des Künstlers passt – wurde er doch auch in Teilen vom Werk des Landsmanns inspiriert. Nach „The Tower“ aus 2017 und „The Crucible“, das im vergangenen Jahr erschien, erfreuen MOTORPSYCHO ihre Fangemeinde jetzt also mit dem dritten Streich. Eigentlich hätte „The All Is One“ bereits im Frühjahr erscheinen sollen, aber bekanntermaßen hat das Corona-Virus gerade zu diesem Zeitpunkt so ziemlich alles auf den Kopf gestellt.

Das Warten hat sich eindeutig gelohnt, denn Bent Sæther (Gesang & Bass), Hans Magnus Ryan (Gesang & Gitarre) und Tomas Järmyr (Drums) zaubern mal wieder mit dem ganz großen Prog-Rock-Besteck. Knapp 90 Minuten Zeit lassen sich Sæther, Ryan und Järmyr, die von den Kollegen Lars Horntveth und Ola Kvernberg unterstützt werden, um ihren vielfältigen Prog-Teppich zu weben. Die ersten gut 20 Minuten verbringt der Hörer in sphärischen Weiten, ehe das fünfteilige „N.O.X.“ mit „Circles Around The Sun Pt 1“ und unheilvoll klingenden Rhythmen beginnt, die vom temporeichen „Ouroboros“ abgelöst werden. Nach diesem eruptiven Energieschub verlegt sich „Ascension (Strange Loop)“ auf fast schon meditative Saiten- und Blechinstrumente, wobei auf Vocals weiterhin verzichtet wird. In diesem Sinne schließt sich auch das geheimnisvoll-drängende „Night of Pan“ an: Gesang kommt nur als Lautmalerei vor, was das turbulente „Circles Around The Sun Pt 2“ im Nachgang jedoch zu ändern weiß. Nach diesem Ausflug in ruppigere „N.O.X.“-Gefilde empfangen „A Little Light“ und „The Dowser“ den geneigten Hörer mit sanften Melodien, ehe „Like Chrome“ für ein abwechslungsreiches Finale sorgt.

Zweifellos ist „N.O.X.“ nicht nur ein ‚whirlwind trip through the Psychoverse‘, sondern auch der eindeutige Mittelpunkt von „The All Is One“, der mit multiinstrumentalen Ausflügen Richtung Space Rock, Acid und Jazz atmosphärische Soundlandschaften besonderer Güte markiert. Und auch die weiteren Tracks sind alles andere als Füllmaterial, sondern stellen einmal mehr MOTORPSYCHOs Facettenreichtum unter Beweis.

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