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MOURMANSK 150 - Triumphant over your remains

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Artist MOURMANSK 150
Title Triumphant over your remains
Homepage MOURMANSK 150
Label EIBON RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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“These ingredients define what I am” steht auf der Innenseite der Verpackung und da macht man sich doch ein wenig Sorgen. Seit Ende der 90er schreit sich Christophe B. aus dem doch eigentlich so charmanten und sonnigen Frankreich durch Tapes und CD-Rs in Kleinstauflagen und irgendwie ist er, was sein eher pessimistisches Gemüt angeht, kein bisschen weiter gekommen. Sein Psychologe wäre jedenfalls enttäuscht von „Triumphant over your remains“.

Die knapp über fünfzig Minuten dieser inzwischen (dann doch!) beim namhaften Eibon Records erschienenen Scheibe feiern nämlich erneut die reine Industriallehre, komplett mit allem Drum und Dran.. Dass sich die Texte um Tod, Verstümmelung, Macht und Erniedrigung drehen, versteht sich von selbst, wenngleich sich das angesichts der in alle Richtungen verfremdeten Stimme nie und nimmer kontrollieren lässt. Gleichermaßen wird wohl kaum noch jemand von einer Forderung wie „Embrace your death like the worthless microscopic germ fucks you are!!“ wahrlich geschockt sein – so manch einer mag immerhin schmunzeln. Bei MOURMANSK150 geht es aber auch gar nicht um Konzepte oder gar Politik. Stattdessen ist dieses Album ein einziger krachender Wutausbruch, eine aggressive Entladung allererster Güte. Brüllende Bassschwingungen bilden zerfetzte Rhythmen ab, heulende Sirenentöne liegen in der von Säure zerfressenen Luft und zwischendrin steht Christophe, der abwechselnd wie ein unkontrollierter Revolutionär und ein wütender Gartenzwerg klingt. Die Musik legt sich dabei wie ein wild wucherndes Umkraut um ihn, sägt und fräst und steht niemals still. Selbst wenn die Vocals vordergründiger und klarer abgemischt wären: Dies sind keine Songs, sondern brutale, frei improvisierte Distortion-Orgien.

Zwischendurch gibt es gelegentlich einen Moment Ruhe. Dann fiepst es hochtönig und etwas schrill, bevor es, nach spätestens einer Minute, auch schon wieder weitergeht. Die Schmerzgrenze ist spätestens nach einer Viertelstunde erreicht, da hat man aber noch zweidrittel des Albums vor sich – ohne zwei, drei Aspirin kommt hier keiner raus. Und wie das bei solcher Musik ist: Genauso will sie, genauso muss sie auch sein. Großes Kopfschmerzkino mal wieder.

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