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MOUSE ON MARS - Parastrophics

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Artist MOUSE ON MARS
Title Parastrophics
Homepage MOUSE ON MARS
Label MONKEYTOWN
Leserbewertung
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4.0/10 (3 Bewertungen)

Bis heute ist MOUSE ON MARS eine der „schwierigsten“ und experimentellsten Bands, die es aber durch eben diese Eigenschaften schafft, den Hörer mit unterschwelligen Popelementen bei der Stange zu halten, und selbst nach 6 Jahren Pause hat man das Gefühl, als wäre alles wie zuvor… verstörend und schön zugleich.

Oh ja, die beiden Herren Jan St Werner und Andi Toma hab in den ganzen Jahren nichts an Komplexität verloren, zwar wirken sie nun etwas ruhiger und geben ihr Chaos in geringerer Geschwindigkeit zum Besten, aber es trifft die Nerven immer noch wie die Faust aufs Auge. Man hat schon fast das Gefühl, als wollten MOM mit dem Opener „The Beach Stop“ sofort androhen, dass man gefälligst nicht mit einem ruhigen Output rechnen soll, schon hier werden Spießer, die mit IDM nichts am Hut haben, mit großen, durchgeknallten Spielerein vertrieben. Und falls es jemand doch noch wagen sollte, zum nächsten Titel „Chordblocker, Cinnamon Toasted“ zu springen, wird jener welcher vollends in die Flucht geschlagen. Eigentlich schade, denn wer ein gewisses Interesse an verspielten, sich selbst verfremdenden/ zerstörenden Songs hat, kann wenigstens ab „Metrotopy“ mit einer gewissen Stringenz rechnen (soweit das bei MOUSE ON MARS möglich ist), denn die Strukturen erinnern mit etwas Phantasie an MODESELECTOR und deren letztes Album. Die Songs sind stilistisch sehr gelungen, hier findet man Anleihen an APHEX TWIN, MR.OIZO und sogar KLANGSTABIL. Ich will eigentlich nur sagen, dass MOUSE ON MARS mit ihrem 10ten Longplayer keinen Innovationspreis gewinnen, aber die Songs bewegen sich neuerdings in einem Bereich, der wenigstens ansatzweise mit vertrauten bzw. angenehmen Strukturen in Verbindung gebracht werden kann. Ohne dass sie ihre völlig psychopatische Ader aufgeben würden, eben diese Mischung empfinde ich als genial und sie bereitet mir extrem viel Freude. Ein nettes Bonbon ist die Einbindung von Funk-Elementen, was zwar auch schon Künstler vor ihnen getan haben, aber auf diese schräge Art ist es neu.

Wer MOUSE ON MARS schon immer mochte, wird nicht enttäuscht, wenn sich ein „Neuling“ auf das Experiment einlassen möchte, sollte er es mit „Parastrophics“ endlich wagen, so zahm waren MOM noch nie. Dennoch haben sie sich weder verraten noch verkauft, es ist immer noch genug Anspruch in ihren Kompositionen. Los, kommt, traut euch, stellt euch vor, ihr bekommt einen musikalischen Goldbarren mit Zitronenmantel vor den Latz geknallt, dieses „tolle“ Erlebnis werdet ihr garantiert nie vergessen.

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