Band Filter

MUCC - Shion

VN:F [1.9.22_1171]
Artist MUCC
Title Shion
Homepage MUCC
Label UNIVERSAL/ GAN-SHIN
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
10.0/10 (2 Bewertungen)

Man stelle sich einmal folgendes Szenario vor: Im fernen Japan erzählte man sich die Mär von einem wunderbaren musikalischen Wettstreit, bei dem nur die Besten der Besten zugegen sein durften. Dieser wundersame Wettbewerb fand im fernen Europa statt und hörte auf den klangvollen Namen „Eurovision Song Contest“. So ließen denn vier unerschrockene Otakus ihre Konsolen in der Ecke verwaisen, ohne aber nicht zu vergessen, sich vom lokalen Schneider die Lieblingskostüme aus dem RPG ihrer Wahl anfertigen zu lassen. Mit der richtigen Kleidung im Gepäck machten sich die japanischen Stadtmusikanten auf, um das Geheimnis, des wundersamen europäischen Festivals der guten Laune zu ergründen. Mit schierer Willenskraft arbeiteten sich die vier Freunde durch die alten VHS Aufzeichnungen der Neunziger Jahre und machten sich daran, aus all diesen Eindrücken ein musikalisches Konglomerat zu erschaffen (wenn nicht immer diese verdammte Crossover-Band aus dem Proberaum dazwischen gefunkt hätte). Die Band nannte sich schlussendlich die kleinen MUCCs, zog nach Russland und gewann den Grand Prix die nächsten zehn Jahre.

Was natürlich als mittelschwere Polemik meinerseits ausgelegt werden könnte, soll eigentlich nur verdeutlichen, mit welchen musikalischen Ingredienzien die Japaner hier hantieren, denn der Eurovision-Geist weht wirklich durch jeden zweiten Song (man höre sich wirklich nur einmal unvoreingenommen den Song „Anjelier“ an. Mehr Euro-Pop geht nicht! Oder „Fuzz“ mit seinem Stampf-Riff, Funk-Gitarren und prägnanter Mundharmonika-Melodei. Mehr Euro-Trash geht nicht! Und dann tummelt sich dieser Song auch noch auf dem CLOVERFIELD-Soundtrack. Ach ja, war ja auch ein Monster-Film, Japan und so. GODZILLA ick hör dir stampfen…). Ansonsten bieten die mittlerweile mittelalten Visual Kei-Vertreter im elften Jahr ihres Bestehens auf ihrem achten Album einen Mischmasch aus den üblichen J-Rock-Zutaten, nicht ohne zu vergessen, immer einen Schippen Cheesiness hinzufügen. Nach einem tropfenden Instrumental geht es bei „Fukuro no yurikago“ und „Nuritsubusunara enji“ (Nein, ich bin nicht auf der Tastatur eingeschlafen…) ab ins SOULFLY/ SEPULTURA Nu-Metal-Stumpf-Riff-Land (mit leichten pseudo-orientalischen Gesangsmelodien angereichert). Auf „Libra“ kommt noch ein KORN hinzu, dementsprechend humpelt der Track auch ein wenig schwer mit seinen Spoken-Word-Rap-Einlagen durch die Gegend, platzt dann aber mitten in eine Hochzeitsfeier hinein. „Shiva“ beginnt mit einer True-Metal-Einlage (mit Original Rob Halford-Schrei) strumpelt aber sogleich in eine Kindergarten-Party und MUCC gibt die begleitende Schüler-Band. „Semishigure“ gibt der allseits beliebten Rückung freies Geleit (womit wir wieder bei einem der unvermeidlichen Trademarks des EVSC sind…), ist aber ansonsten ein veritabler poppiger Hit.

Bleibt mir nur als Fazit festzustellen: Fans werden die Scheibe wahrscheinlich abgöttisch lieben und die musikalische Wandelbarkeit über den grünen Tee loben, aber mir persönlich gibt dieses eher gesichtslose Stil-Sammelsurium nicht sehr viel (wie der Rest der J-Rock und Visual-Kei-Vertreter). Ergo habe ich keine Ahnung und empfehle mich. Habe die Ehre!

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

MUCC - Weitere Rezensionen

Mehr zu MUCC