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MUSICCARGO - Der Schmetterling EP

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Artist MUSICCARGO
Title Der Schmetterling EP
Homepage MUSICCARGO
Label AMONTILLADO
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Frisch aus dem Düsseldorfer Flughafen bringt uns der Lotse ein Päckchen mit psychedelischer Elektronik. Es ist das Debüt Werk der Herren Gordon Pohl (Elektronik) und Gerhard Michel (Gitarre), welche sich Labelangaben zu Folge einer Mischung aus Kraut und Punk verschrieben haben. 2003 fand sich das dynamische Duo zusammen, welches mithin die neuesten Absolventen der altbekannten Düsseldorfer Schule sind. Diese Bildungsanstalt ist so altbekannt, dass sie seit den 80ern keine wirklich bedeutenden Künstler mehr verlassen haben. Das soll sich nun mit Hilfe von Amontillado ändern, auf deren Sampler „The Indiana Cafe II“ MUSICCARGO ihren ersten hörbaren Beitrag ablieferten. Verpackt wurde das 12inch Vinyl (5 Tracks mit 25 Minuten Spielzeit) in ein eigenes kleines Kunstwerk: Der Däne Kristian von Hornsleth führt uns mit seinen wilden Farbspielen zurück in die 70er.

Nun betrachte ich derlei Musik sicher mit anderen Augen als langjährige Krautkenner, ich komme ja eher aus der Electro/ EBM-Ecke. Dennoch kann man sich dem Charme der weitestgehend instrumental gehaltenen Tracks nichts entziehen, welche eine Art „spröde Magie“ entwickeln. Der Schmetterling beginnt seinen Rundflug mit einem „Oneway Ticket“ in trancig hypnotische Gefilde. Auf einem „Black Horse“ geht die Reise kaskadenartig weiter, Percussion sorgt für ein zusätzliches Element im Soundkosmos. Beide Stücke bauen sich gemächlich immer weiter auf, verleiten zum Träumen und Eintauchen in diese doch recht eigentümliche Welt. Analog und warm klingt sie, ein wenig retro, ohne je einen alten Kuchen zu backen. Die E-Gitarre gewinnt dann beim Titelsong immer mehr an Bedeutung, hier kommen die avisierten Krautrock Elemente dann deutlich mehr zum Vorschein. Dazu erklingen hier Ethno-Elemente, eine Art Schamanengesang sorgt für unterschwelliges Kribbeln im Solarplexus. Dann hätten wir noch das Piano-getriebene „Eller 119“ (Montan?) und quasi als Höhepunkt das einzige Stück mit verständlichen deutschen Sprachfetzen. Sozusagen eine Art Anleitung zum Glücklichsein mit Sprechgesang: „Das eine, was uns beide glücklich macht…“.

Glücklich war ich auch nach Konsum dieser EP, welche eine merkwürdig gelungene Atmosphäre aufbietet: Old School, chillig, lässig und doch nach vorne gewandt. Kann man in Clubs und zuhause genießen. Eine sehr gelungene Angelegenheit aus der Landeshauptstadt, die WESTBAM mit den alten Klassikern zu einem stilvollen Cocktail mixt.

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