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MUSTASCH - Latest Version of the Truth

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Artist MUSTASCH
Title Latest Version of the Truth
Homepage MUSTASCH
Label REGAIN RECORDS
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Immer auf dem laufenden halten wollen uns MUSTASCH, nach dem Split mit der EMI hat man sich 2006 auf der EP „Parasite“ bereits mit Inbrunst präsentiert und einen hungrigen Hai mithilfe dieses Köders gefangen. Denn das neue Label Regain Records hilft den Schweden dabei, die Fans mit „The latest version of the truth“ am Ball zu halten. Tobbe Lindell, der bereits die EP „Parasite“ produziert hat, saß ebenso im Wikingerschiff wie Vlado Meller, dessen bisherige Raubzüge mit AUDIOSLAVE, SLAYER und METALLICA bereits für Aufsehen gesorgt haben.

Und um den Scheit gleich mit der Axt zu spalten – MUSTASCH stehen den vorgenannten Bands in nichts nach. „In the Night“s himmelfahrendes Riff und die Bombastinszenierung hat derart in-die-Fresse-Potenzial, dass Axel Schulz selbst gegen diese Aufnahme den kürzeren ziehen würde. Mit breitem Schritt und ordentlich Testosteron in der Blutbahn lassen MUSTASCH Weichteile anschwellen. „Double Nature“ verwandelt Militärdrill in einen Sonntagsausflug mit Mutti. Der Bass zerbombt die Frisur, bevor Ralf Gyllenhammer das bereits in seinem Namen enthaltene Werkzeug benutzt, um seine schizophrenen Anlagen kraftvoll zu unterstützen. Die Riffs surfen auf eigenen Brettern, über die Basswellen, die sich durch des Hörers Magengrube arbeiten. „Falling down“ und „The Heckler“ sind die Adrenalintrips für den Heimweg von der Arbeit, „I wanna be loved“ dagegen der manische Ritt auf Gyllenhammers Egotrip. Aber alles in den Schatten stellt „Bring me everyone“, diese brutale Selbstjustizhymne nimmt den direkten Weg durch Mark und Bein und lässt MANOWAR wie die örtliche Landjugendtruppe dastehen. Danach wird man die Unschuldsbekundung „I am not aggressive“ nicht wirklich ernst nehmen.

„Latest Version of the Truth“ ist echter Testosteronrock und lässt nur selten weinerliche Emotionen zu. Wenn sich „Scyphozoa“ im zwitschernden Streicherreigen der Schönheit des Augenblicks hingibt, verwundert es nicht mehr, dass sich eben diese Philharmoniker in solchen Bombastrockern wie „Double Nature“ wieder finden. Andernorts inszeniert man eine orchestrale Bläser- und Arschtritt James-Bond-Hymne in „Forever begins today“. MUSTASCH ist ein handwerklich einwandfreies, aber genau genommen auch erstaunlich ideenloses Album voller gewaltiger Riffs und Chords gelungen, im Zaun gehalten von einem stolzierenden Hahn am Mikrofon. Oliver Kahn hätte seine helle Freude an den Jungs, denn bringen Sie doch das mit, was er vermisst – die Eier! Dennoch, das Album mag ein wenig eintönig sein, aber das ist mein Lieblingsbier auch – und ich trink’s trotzdem gern…

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