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MY BROTHER THE WIND - Once There Was A Time When Time And Space Were One

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Artist MY BROTHER THE WIND
Title Once There Was A Time When Time And Space Were One
Homepage MY BROTHER THE WIND
Label FREE ELECTRIC SOUND
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Wer MY BROTHER THE WIND nicht kennt und beim Bandnamen in Kombination mit Plattentiteln wie “Twilight In The Crystal Cabinet”, “I Wash My Soul In The Stream Of Infinity” oder dem vorliegenden “Once There Was A Time When Time And Space Were One” an eins von Dutzenden belanglosen Projekten denkt, die sich mehr über hochtrabende Namensgebung denn über die Musik definieren, der liegt zum Glück ganz falsch. Vielmehr entdeckt man hier eine ziemliche Seltenheit in diesem Teil der Musiklandschaft, denn die mitunter wechselnde Besetzung der instrumental arbeitenden Combo improvisiert seit 2009, und zwar immer. Auf diese Weise sind bereits zwei Platten entstanden, die es dann sogar in die schwedischen Albumcharts geschafft haben.

So wurde dann auch das dritte Werk innerhalb eines Tages ohne Tüftelei im Vorfeld produziert, was aber keineswegs wie eine hingeklatschte Jamsession klingt, sondern den Hörer mit auf eine sphärisch-psychedelische Reise nimmt. Reiseführer dabei ist der “Prologue”, der in kurzer Zeit die entsprechende Stimmung vermittelt und so auf den folgenden Trip vorbereitet. Tatsächlich breitet sich im Anschluss ein homogenes Gesamtbild aus, das man nach und nach entdeckt. Um das entstehen zu lassen, wurde auf eine Vielzahl von Instrumenten zurückgegriffen, darunter Zwölfsaiter, Flöten und Congas. Dabei klingt natürlich kaum ein Stück wie das andere (“Song of Innocence pt.1 “ und “Song of Innocence pt. 2” bilden da naturgemäß eine Ausnahme), und doch ist ein roter Faden auszumachen, der alles wunderbar zusammenhält. So lehnt man sich erstmal entspannt zurück und genießt. Nicht nur das Album als Ganzes, sondern auch die Titel für sich zeichnen sich durch Vielschichtigkeit und Detailverliebtheit aus und man erlebt auch nach dem fünften Hören immer wieder Neues mit der Musik.

Ab “Into The Cosmic Halo” zeigt sich dann das Potenzial des Ganzen, treibend abgefahren und verschwurbelt schraubt sich der Track nach vorne. “Misty Mountainside” und “Garden Of Delights” knüpfen zwar entspannter, aber nicht weniger großartig daran an. Spätestens jetzt wird auch deutlich, von wem sich die Jungs inspirieren lassen. Neben Genregrößen wie PINK FLOYD sind auch Bands wie TRÄD und GRÄS OCH STENAR zu nennen; das Stück „Thomas Mera Gartz“ macht dies mehr als deutlich. So hieß nämlich der Schlagzeuger der zuvor genannten Bands, der 2012 leider überraschend verstarb. Das Gedenken an ihn ist aber sicherlich nicht dazu gedacht, keinen Spaß mit der Musik zu haben und das wäre auch kaum möglich.

Nach dem namensgebenden Teil entlässt uns der “Epilogue” in einer Manier, die sich sowohl höflich fürs Zuhören bedankt, als auch das Bedürfnis weckt, selbst klatschend dazustehen.

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