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MY CHEMICAL ROMANCE - Danger Days

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Artist MY CHEMICAL ROMANCE
Title Danger Days
Homepage MY CHEMICAL ROMANCE
Label REPRISE RECORDS/ WARNER
Leserbewertung
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8.2/10 (5 Bewertungen)

MY CHEMICAL ROMANCE spalten die Gemüter: entweder man mag sie oder verdammt sie als Flaggschiff der oft verhassten und meist belächelten Emo-Szene. Und man begibt sich schon ein wenig zwischen die Stühle, wenn man „gesteht“, die Amerikaner ganz gerne mal zu hören. Doch fernab jeglicher subjektiver Wahrnehmung haben MCR der Musik des letzten Jahrzehnts auch ihren Stempel aufgedrückt.

Und nun geht – nach drei Jahren Pause – wieder ein neues Album an den Start. Viel scheint passiert zu sein in der Zwischenzeit, optisch hat es eine Wende um 180 Grad gegeben: schwarzer Kajal und ebensolche Uniformen sind rot gefärbten Haaren, bunter Kleidung und einem Konzept voller Comic- und Filmzitate gewichen. „Konzept“ ist auch was den Inhalt betrifft das richtige Stichwort. Nach der letzten Veröffentlichung „The Black Parade“, das rund um das Thema „Tod“ angelegt war, wollte man auf gar keinen Fall ein weiteres Konzeptalbum produzieren. Außerdem stand man sicher ganz schön unter Druck, die Charterfolge zu wiederholen. Dabei musste man den ersten Versuch, eine neue CD auf den Markt zu bringen, als komplett gescheitert betrachten, da wurden einige Gelder in den Sand gesetzt. Zwischenzeitlich begannen aber auch einige Bandmitglieder ihre Familienplanung und Frontman Gerard Way besann sich auf alte Qualitäten als Comicbuchautor – er gewann mit seinem Output sogar einen angesehenen Szene-Preis.

Diesen Umständen haben wir es wohl auch zu verdanken, dass „Danger Days“ eine Art „Bubblegum-Mad-Max-Comic“-Konzeptalbum geworden ist. Und doch wieder ein Konzept. Erzählt wird die Geschichte der vier jungen Rocker-Cowboys Party Poison, Jet Star, Fun Ghoul und Kobra Kid. Sie müssen in der Pseudo-Stadt Battery City gegen die Organisation „Better Living Industries“ kämpfen. Die erste Singleauskopplung „Na Na Na“ huldigt diesem roten Faden und ist eine energetische Punk-Pop-Nummer. Doch schon beim zweiten Titel „Bulletproof Heart“ flacht die Kurve wieder etwas ab: astreiner Satzgesang a la MÜNCHNER FREIHEIT und 70er Jahre Attitüde, eingehender Refrain: belanglos. Schade. Zum Glück war es das (noch) nicht, denn es folgen 10 weitere Songs, unter denen sich doch einige Perlen befinden. Die zweite Singleauskopplung „Sing“ gehört sicherlich zu den Ohrwürmern und ist eine Stadionhymne per excellence, die von 10.000 und mehr Kehlen mitgesungen werden will und „The only hope for me is you“ ist an einsame (Teenie?-) Herzen gerichtet, beide Titel sind aber keine Meilensteine der CD. Man muss auch erst das recht überproduzierte und elektronisch-lastige „Planetary (GO!)“ durch die Boxen jagen, bevor man beim knackigen „Party Poison“ die neue Coolness schon erahnen kann und kommt dann mit „Save your self“ zu einer eben dieser Songperlen, die ein gutes Stück Glam-Rock versprühen und echtes Songwriter-Potential offenbaren. Es folgen weitere wunderbare Rocksongs mit „Scarecrow“, das an THE CURE erinnernde „Summertime“ oder „Destroya“, für das die BEASTIE BOYS Pate standen und – ganz am Schluss – das wunderbare „Vampire Money“, das auch Rockabillies gefallen könnte.

Aber es gibt leider auch totale Aussetzer: „The kids from yesterday“ – könnte auch von den KILLERS stammen, die ja leider in der jüngsten Vergangenheit eher mit hohen Chartplatzierungen aber nicht mehr mit adäquatem Songmaterial von sich reden machten. Alles in allem macht die neue Fröhlichkeit der ehemaligen Vorzeige-Emos Spaß. Nicht mehr, aber auch nicht weniger!

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