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MY INDIGO - s/t

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Artist MY INDIGO
Title s/t
Homepage MY INDIGO
Label BMG
Veröffentlichung ..
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Seit inzwischen 22 Jahren macht Sharon den Adel mit WITHIN TEMPTATION sehr erfolgreich Gothic- und Symphonic Metal. Mir ist die Kapelle erstmals 2003 als Support für PARADISE LOST untergekommen. Zwischenzeitlich konnten die Niederländer zweifellos den größeren kommerziellen Erfolg für sich verbuchen, wohingegen die Kollegen vom britischen Eiland über die Jahre eindeutig mehr stilistische Neuausrichtungen in ihren Sound gebracht haben. Auch für die gute Sharon war wohl die Zeit für eine musikalische Neuorientierung gekommen, denn statt bei WITHIN TEMPTATION ins Mikro zu trällern, leiht sie heuer ihrem Solo-Projekt MY INDIGO die glockenklare Stimme.

Und was erwartet den gespannten WITHIN-TEMPTATION-Fan und alle anderen Musikbegeisterten beim selbstbetitelten MY-INDIGO-Debüt? Jedenfalls keinen Aufwasch von WT-Songs, die es aus irgendwelchen Gründen nie auf eine der sechs Platten der Truppe geschafft haben. Tatsächlich hat Frau den Adel innerhalb der letzten drei Jahre Stücke für drei Alben geschrieben und nachdem sie sich entschlossen hatte, nicht mehr nur in WITHIN- TEMPTATION-Kategorien zu denken, platzte auch der kreative Knoten und es stellte sich bei der Musikerin die Zufriedenheit mit den neuen Tracks ein, auf die sie lange gewartet hatte. Der Titelsong „My Indigo“ war in diesem Zusammenhang so etwas wie der Grundpfeiler der neuen Langrille und darf deshalb vielleicht auch mit einem gerüttelt Maß an Emotionen und Groove den bunten Reigen eröffnen. Das nachfolgende „Crash And Burn“ bringt ein wenig mehr Dramatik ins Spiel, allerdings verzichtet Sharon im Wesentlichen auf das an dieser Stelle sonst unvermeidliche Geknödel und schickt stattdessen ein paar Bläser ins Rennen. Überhaupt lässt es das adrette Käsehäppchen weniger bombastisch angehen, wie beispielsweise „Black Velvet Sun“ unterstreicht. Das tiefenentspannte „Indian Summer“ wäre mit der Hausband garantiert mit ganz großem Besteck und reichlich Pathos vorgetragen worden. Hier versprüht die Nummer stattdessen einen dezent-beschwingten Folk-Country-Twang, während „Out of The Darkness“ als reduzierte Piano-Ballade grüßt. Bei „Star Crossed Lovers“ sorgen Streicher für impulsive Gefühle, die ein durchaus poppiges Gewand erhalten haben. Ähnlich verhält es sich im Anschluss mit „Someone Like You“, bevor sich zu „Safe And Sound“ das Organ der Hauptprotagonistin in die berühmt-berüchtigten Höhen schwingt. Doch auch hier bleibt die Instrumentierung vergleichsweise zurückhaltend, was auch für das irisch inspirierte „Leeson Learned“ gilt, wohingegen das finale „Where Is My Love“ gestenreich zur blauen Stunde bittet.

Keine Frage, die WITHIN-TEMPTATION-Anhängerschaft wird Sharon den Adel aka MY INDIGO mit ihrem Erstling nicht geschlossen hinter sich haben. Bevor in diesem Lager Unruhe ausbricht: WITHIN TEMPTATION werden bald zurückkehren. Dann wird die 43-jährige Mutter dreier Kinder auch wieder headbangend auf der Bühne stehen. Bis dahin kann man es sich jedoch problemlos mit MY INDIGO und einem Glas Wein auf der Couch gemütlich machen. Versprochen!

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