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MY OWN PRIVATE ALASKA - Amen

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Artist MY OWN PRIVATE ALASKA
Title Amen
Homepage MY OWN PRIVATE ALASKA
Label I AM RECORDINGS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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6.5/10 (2 Bewertungen)

Fusionen sonst gegensätzlicher Genres werden entweder genial umgesetzt oder die Ansätze enden in zusammenhangslosem Mist. In welche Kategorie ich MY OWN PRIVATE ALASKA stecken soll, kann ich nicht so recht beantworten. Die neuerdings von Ultra-Produzent Ross Robinson unterstützen Franzosen bauen ihr Konzept auf einem recht simplen Fundament, das sich lediglich aus Schlagzeug, Gesang und Klavier zusammensetzt. Die DRESDEN DOLLS und die WHITE STRIPES weisen gleiche, zumindest aber ähnliche Ansätze auf. Der entscheidende Punkt ist jedoch, dass genannte Gruppen über die nötigen Fähigkeiten und Einfälle verfügen, die sie in Richtung „genial“ bugsieren. Von MOPA und ihrem Debüt „Amen“ kann ich das so nicht behaupten.

Screamo meets Klassik… das klingt natürlich erstmal total aufregend. Auf dem trenddurchwachsenen Emo-Markt ist das aus T., Y. und M. bestehende Trio damit sicherlich ein Unikum, denn wirklich balladeske Klänge gehen in dem Genre meistens zwischen herzerreißendem Gekeife und prügelnden Riffs unter. Daher sorgt das Klavier hier auch hauptsächlich für die Melodie, und das nicht mal schlecht. Die klassischen Strömungen gefallen, sind auch schön anzuhören. Pianist T. ist sicherlich kein Anfänger und präsentiert sich äußerst versiert an den Tasten. Woran ich mich wiederum eigenartigerweise stoße, ist der Gesang. Wenn er nicht gerade seine Zeilen spricht oder leichte Ansätze von Gesang einstreut, brüllt und schreit M., was das Zeug hält. Nicht selten wirkt er dadurch wie ein parallel agierender Protagonist, der sich, unabhängig von dem restlichen Klanggewand, in Ekstase schreit und möglichst viele erdrückende bis depressive Gefühle in die Songs zu pressen versucht. Passend dazu produziert Schlagzeuger Y. treibende, pumpende Beats, die das Konzept letztendlich doch wieder zusammenhalten. Nichtsdestotrotz wollen mir die Stücke nicht wirklich zugänglich werden. Oft vertrackte Strukturen kommen da noch hinzu, und abrupte Breaks erleichtern das Hören auch nicht wirklich. Meistens gefallen die Stücke in ihren Anfängen, doch sobald die Shouts sich in überlangen Prozeduren verlieren, fällt die Komposition steti ab. Songs wie das vom Piano dominierte „Broken Army“ können zwar auf ganzer Länge überzeugen, Titel, in denen sich der Shouter mal zurückhält, bilden aber eine klare Minderheit. Wenn die verhältnismäßig langen Stücke schließlich auch noch mit verstörender Elektronik und disharmonischem Geklimper wie beim fast achtminütigen „Ode To Silence“ auffahren, kann man das kaum eine Stunde am Stück aushalten.

Somit bin ich mir weiterhin unschlüssig. Nach mehrmaligem Hören scheint sich dieser Brocken etwas mehr zu erschließen, bleibt aber weiterhin eine verdammt schwere Kost. Dafür ist das Konzept in diesem Zusammenhang ein recht originelles. Um im Bereich Screamo überzeugen zu können, fehlt den Stücken die Bandbreite, und doch leidet die Präsenz klassischer Elemente unter dem dramatischen Geschreie. Vielleicht liegt auch gerade darin die Genialität von MOPA. Ross Robinson wird es schon wissen, talentiert scheint die dreiköpfige Buchstabensuppe immerhin zu sein. Bei Interesse sollte man die Truppe auf jeden Fall einmal selber antesten. Ich weiß nicht, wie oft die Scheibe noch durch meinen Player laufen muss, damit ich ihr endlich etwas abgewinnen kann… ich gebe mein Bestes.

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