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MYGRAIN - Planetary Breathing

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Artist MYGRAIN
Title Planetary Breathing
Homepage MYGRAIN
Label SPINEFARM
Leserbewertung
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Trotz zehnjährigem Bestehen als Band und allgemein positiver Rezeption in Kritikerkreisen haben es die Finnen MYGRAIN bislang nicht geschafft, die letzte Hürde zu nehmen und in die Reihen der skandinavischen Speerspitze in Sachen Melo Death vorzustoßen. Zu ähnlich erschienen sie in der Vergangenheit noch IN FLAMES und Co., und auch der inflationäre Gebrauch von Synthesizern stieß dem einen oder anderen sauer auf. Auf dem mittlerweile vierten Album hält das Sextett dennoch am bewährten Vorgehen fest: Ende 2012 mit Janne Saska aufgenommen und im Anschluss vom allmächtigen Dan Swanö abgemixt, kreist „Planetary Breathing“ abgesichert, aber zielstrebig im Heimatkosmos des skandinavischen Metal-Sounds.

Hierfür schickt man mit „Waking Up The Damned“ gleich ein Paradebeispiel voraus: thrashige Riffs treiben im Drum-Galopp in einen melodischen Clean-Break, dem ein ausgefeiltes Solo von Lead-Gitarrist Mr. Downhill folgt. Oft gehört, aber äußerst gut gemacht! Eine besondere Nähe zu SOILWORK verdankt man vor allem Sänger Tommy, der sich im folgenden „Ambivalente“ noch ausgiebiger cleaner Verse bedient. Stimmlich erinnert der Herr in allen Gesangslagen erschreckend deutlich an Björn „Speed“ Strid, ohne dass sich daraus ein Nachteil ergäbe. Denn das schon vor MYGRAIN zusammen mit Gitarrist Resistor in der NEW SCIENCE BAND aktive Gründungsmitglied weiß sein Instrument ähnlich versiert in Szene zu setzen. Mit dem groovig deathigen „Black Light Supernova“ treten dann zum ersten Mal die zuvor schon erwähnten Synthesizer in den Vordergrund, wobei ich die bemängelte Überdosis zumindest im Verlaufe dieser Scheibe nicht ausmachen kann. Dass die Finnen gern mit Keyboard-Sounds hantieren, ist sicherlich offensichtlich… der mit dem einzigen weiblichen Bandmitglied Eve besetzte Posten wäre so schließlich überflüssig. Ihr Einsatz ist jedoch so überlegt, dass das Spiel mit den schwarzen und weißen Tasten selten überflüssig erscheint – ob als melodiöse Ergänzung im sonst ziemlich straight dampfenden „Rats in the cradle“ oder als kühler Industrial-Teppich für „Ghost in me“. Mit dieser Herangehensweise erstreckt sich auf gut 50 Minuten Spiellänge eine Reihe durchdachter, technisch anspruchsvoller Songs, die sich unterm Strich nur einige wenige Füller erlauben.

Für den ganz großen Wurf reicht es zwar auch dieses Mal noch nicht, doch mit „Planetary Breathing“ untermauern MYGRAIN klar, dass sie zu den besseren Vertretern ihrer Zunft gehören und können locker eine Reihe Nebenbuhler im Schweden-Sound hinter sich lassen. Skandinavien-Fans und solche, denen IN FLAMES über die Jahre zu lasch und weich geworden sind, sollten den Finnen auf jeden Fall mal einen Testlauf geben!

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