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NAARMANN und NEITELER - Schwester Thelesitis

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Artist NAARMANN und NEITELER
Title Schwester Thelesitis
Homepage NAARMANN und NEITELER
Label Einzeleinheit
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Wer die Begriffe „multiple Persönlichkeit“ und „bizarrer Geist“ in Einklang mit harter industrieller Musik sowie nicht-überfrachteten Elektroniksounds bringen kann und Vorstellungskraft genug besitzt, aus der Verschmelzung von all diesem für sich in audio-konzeptioneller Hinsicht ein Denkgebilde entstehen zu lassen, der liegt bei „Schwester Thelesitis“ richtig. Dabei handelt es sich nicht etwa um ein unheilgeschwängertes Familienmitglied von Mutter Theresa, sondern um das Debutalbum der Herren NAARMANN und NEITELER. Ein Startpunkt übrigens gleich in doppelter Hinsicht, da die Scheibe zudem auch die erste Veröffentlichung des Labels Einzeleinheit mit sich bringt, einem neuen Label mit einer klaren Vision: individuelle Musik an der Trennungslinie stilistischer Kategorien. Diese Schnittstellenmusik, also Musik welche sich an der Grenze mindestens zweier musikalischer Gattungen trifft, um von dort etwas Eigenständiges zu erschaffen, soll die Suche nach neuen und eigenen Ausdrucksformen in der elektronischen Musik zu neuen Ufern führen.

Die Köpfe hinter dieser Formation, dass sind schlicht und einfach, der Namensgebung entsprechend, Robert Neiteler, der mit seinem Projekt Strom bereits das limitierte Tape „Plusminus“ vorweisen kann, und Robert Naarmann, welcher ebenso in verschiedenen Projekten und als Solokünstler aktiv ist.

Nachdem die Formalitäten abgehakt sind, wird der erste Eindruck vor allem von der optischen Extravaganz bestimmt. Die CD kommt stilecht und unkonventionell verpackt in einem Waschlappen, getreu dem Motto: „Eine Hand wäscht die andere“. Bezogen auf den vorliegenden Sachverhalt steht dies einer subjektiven Interpretation natürlich frei. Vielleicht will man aber dem Hörer auch einfach eine reine Weste offenbaren, oder diesen gar dazu auffordern, sich erst mal gründlich die Ohren zu waschen, um ja gut vorbereitet zu sein, auf das, was da kommen mag. Als Erzeuger von Schnittstellenmusik ist man sich nämlich der begrenzten Aufnahmespanne des physiologischen Apparates des Menschen durchaus bewusst, so dass jede Form von Abhilfe eine Begünstigung darstellt.

Eingangs erwähnter Industrial ist weniger noisig denn maschinell zu verstehen, mit unterschwelligen Rhythmen und teilweise vokalisiert, und zwar in Form von gesprochenen Textpassagen, fast wie Stimmen aus dem Off, die einem das durch NAARMANN und NEITELER in Gang gesetzte Energiesystem näher bringen wollen. Diese Klänge werden mit Minimalelektronik vermengt, welche sich des öfteren in sphärischen Impulsen entlädt, aber auch Ambient- sowie leichte Dub-Sequenzen aufweisen kann. Die so erzeugte Wechselspannung mündet in einem fließenden Prozess, der rein äußerlich nicht zu begreifen ist: Der Fluss setzt sich zusammen aus zahlreichen Einzeleinheiten. Bei Verlust einer solchen einzelnen Einheit geraten neue Elemente an diese Schnittstelle und tragen so, entgegen dem Polaritätseffekt, zu einem konstanten Aufbau eines autonomen Werks bei.

Kontakt- und Erwerbsmöglichkeit besteht in unserem TERRORVERLAG SHOP oder direkt bei Einzeleinheit (s.o.). Und von diesen Möglichkeiten solltet ihr auch Gebrauch machen, denn Stillstand ist der Tod.

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