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NACHLADER - Koma Baby lebt!

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Artist NACHLADER
Title Koma Baby lebt!
Homepage NACHLADER
Label BOINGBOING
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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1.0/10 (1 Bewertungen)

NACHLADER – das ist das Baby von Daniel Baumann, der seit Mitte des Jahrzehnts Elektro-Indie mit wahnwitzigen Texten unter dieser Firmierung in die Plattenläden bringt und mit Hits wie „An die Wand“ und „Arbeitsgeld“ zu Zeiten als bei MTV noch Musikvideos liefen, auch dort vertreten war. Fünf Jahre nach dem Debüt-Longplayer „Bock auf Aphorismen?“ legt der Berliner jetzt gemeinsam mit DJ Shokkaboy am Synth-Bass und Marco Barotti an den Drums mit „Koma Baby lebt!“ ebenso energiegeladen wie schräg nach.

Mit dem Elektro-Opener „Nahause“ zeichnet sich der Weg schon deutlich ab und spätestens durch die Weisheiten von „Pommes und Disco“ sind die letzten Zweifel ausgeräumt, dass hier der Wahnsinn auf angenehme Art und Weise regiert. Zu unauffälligem E-Pop gibt’s Statements wie „…das Leben ist nicht immer Pommes und Disco – es gibt nicht immer nur Ernie, manchmal muss man auch Bert…“. Wunderbarer Irrsinn, der nur dadurch getrübt wird, dass der Synthesizer Töne produziert, die sich anhören wie das Anrufsignal meines Handys, aber dafür kann ja Herr Baumann nichts. „Komm mit“ und „Raus auf die Straße“ zeigen sich eingängig-nachdenklich, bevor es mit „Soll Haben“ den Song zur persönlichen Wirtschaftskrise gibt: „Warum muss ich immer Soll haben, obwohl ich Haben haben soll?“ ist tatsächlich eine gute Frage, zu der auch die „NACHLADER-spielt-Bank-Rock“-Aktion passt, bei der die Kapelle illegale Gigs in Bankvorräumen gab, die bei Fans und Bankkunden gleichermaßen gut ankamen. Entwaffnende Ehrlichkeit zeichnet „Hasch“ aus, während „Kommunikationsproblem“ im flotten Electro-Clash die Sprachlosigkeit im Kommunikationsoverkill entlarvt und „Trampolin“ auf genial-surreale Weise die Geschichte eines Mannes erzählt, der hoch hinaus will. „Air Italia“ geht auf eine Electro-Dance-Reise, bei der der Weg das Ziel ist, ehe es in bester DAF-Manier „Milch und Eier“ für die Waffel-SS gibt. Ich frage mich immer noch, wie man sich für diese Organisation qualifiziert, aber eine ausgeprägte Affinität zum Backen ist vermutlich unerlässlich. Weniger strange ist dagegen die Hymne an die Einsamkeit namens „Allein“ ausgefallen, um schließlich mit dem Kölner Karnevalskracher „Atlantis“ den Vogel abzuschießen.

Diesen Hiddentrack hätte ich wirklich nicht mehr gebraucht, aber irgendwie passt die Nummer dann doch wieder ins Bild. Wobei hier tatsächlich der Schunkelfaktor überwiegt, die übrigen Songs jedoch eher zum Tanzen einladen, wenn man nicht gerade innehält, um die Texten aufmerksam zu lauschen.

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