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NACHTGESCHREI - Hoffnungsschimmer

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Artist NACHTGESCHREI
Title Hoffnungsschimmer
Homepage NACHTGESCHREI
Label MASSACRE
Leserbewertung
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7.1/10 (8 Bewertungen)

Irgendwie ist Deutschland ein gutes Pflaster für Mittelalter-Musik. Einige namhafte Kapellen fallen da natürlich sofort ein. Da wären IN EXTREMO, SUBWAY TO SALLY oder auch SALTATIO MORTIS zu nennen. Unzählige weitere Bands mischen in diesem Sektor ebenso mit. Und nun gesellen sich die Frankfurter NACHTGESCHREI auch noch dazu. Eine weitere Dudelsackfraktion oder ernsthafte Konkurrenz für die Alteingesessenen?

„Hoffnungsschimmer“ ist ihr offizielles Debüt und muss sich wohl oder übel an den Großen der Szene messen lassen müssen. Und ganz ehrlich – sie können gut mithalten. Vor allem die Texte sagen mir persönlich sehr zu. Als Intro hört man Rabengeschrei. Doch dieses Naturspiel dauert nicht lang. „Hoffnungsschimmer“ – Song 2 der CD – erzählt mir von bedrohlichen Stürmen und Regen und eben der Hoffung auf bessere Tage. Die folgenden Titel wie „Räuber der Nacht“ oder auch „Windstill“ wissen ebenso zu überzeugen. Mit „3 Lügen“ kommt für mich ein wirklich „großes“ Stück. Ein selten zeitloser Text mit einer im Ohr hängenbleibenden Melodie. Von nun an steigert sich das Album immer noch weiter und entführt den Hörer in seine ganz eigene Welt. Dabei fällt auf, dass das Klangbild eigentlich mehr durch klassischen Rock bestimmt wird als durch die so typischen Mittelaltersounds. Natürlich ertönen auch Dudelsäcke und Drehleiern in den Kompositionen, jedoch dienen sie nur zum Ausschmücken der Songs und sind nicht der Hauptbestandteil wie bei anderen Genrekollegen. Weiterhin ist der Gesang recht auffällig. Die Stimme hat den Charme eines Minnesängers oder mittelalterlichen Barden inne. Dies harmoniert angenehm mit den Titeln, besitzt aber eben auch einen sehr eigentümlichen Klang. Und da wir gerade bei Klang sind: Die Mid-Tempo-Nummern rocken locker-flockig aus den Boxen. Nie lassen sie den nötigen Druck vermissen und auch die Präzision des Schlagzeugs sowie bei den anderen Instrumenten ist immer gut, ebenso bleiben die Vocals dabei immer verständlich.

So kann man sich „Medieval Metal“ gefallen lassen. Rockige Songs mit zeitlosen Texten und dezenterem Instrumenteneinsatz als zum Beispiel bei IN EXTREMO. Klar, in diesem Genre wird es keine Innovationssprünge mehr geben, aber zumindest kann man auf hohem Niveau spielen – und das machen NACHTGESCHREI. Und wenn ich bedenke, dass es sich hier um ihr Debüt handelt, bin ich gespannt, was die Zukunft der Jungs so bringt.

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