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NACHTMAHR - Mädchen in Uniform

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Artist NACHTMAHR
Title Mädchen in Uniform
Homepage NACHTMAHR
Label TRISOL
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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4.5/10 (20 Bewertungen)

Wenn ich mir jetzt mal nicht die Finger verbrenne… Ich rede von NACHTMAHR, die anscheinend viele Fans gefunden haben, aber genau so viele Feinde. Ich bin noch relativ neutral, da ich sie bisher als clevere Hellektro-Provokateure wahrgenommen habe, die Musik aber eher recht schlichten Standard darbot. Und nun komme ich zum eigentlichen Problem, denn mit der „Mädchen in Uniform“-EP halte ich ein regelrechtes Kunstwerk in Händen, alleine das Artwork der CD im Papp-Cover und das dazugehörige, toll gestaltete Booklet überzeugen auf ganzer Linie… und nicht nur weil ein paar leicht bekleidete Damen zu sehen sind! Also vollkommen top, aber wie gewohnt strahlt es diese martialische Nazi-Ästhetik aus, die man ganz gerne aus dem Neofolk (oder alten italienischen Filmen) kennt und bei vielen Leuten sauer aufstoßt. Unbehaglich fühlte ich mich auch, die Darstellung hat einen grenzwertigen Touch, aber wenn man sich die Details genauer anschaut, dann ist es sehr „österreichisch“ aufgebaut, von der Symbolik bis hin zur Kleidung. Wenn man sich gedanklich ins schöne Kärnten transportiert und sich NACHTMAHR auf einer künstlerischen Theaterbühne vorstellt, ist es nur noch eine überzogene „Austria Military Performance“. Noch eine kleine Anekdote: Ich hatte mir in Österreich ein Fussball-Nationalshirt von Puma gekauft, und der Adler wirkt im Nachhinein wie der Reichskriegsadler, aber dazu muss ich jetzt halt stehen.

Soooooo, erst einmal genug über das Optische lamentiert, lassen wir uns mein zweites „Problem“ angehen: Diese CD ist verdammt gut, damit hätte ich nie gerechnet, besonders da ich noch die alten Produktionen im Hinterkopf hatte. Dreh- und Angelpunkt ist der Titel Track „Mädchen in Uniform“, der wohl einer der besten EBM Songs der letzten Jahre ist und die alte harte Gilde wie ein Haufen Deppen dastehen lässt. Das Stück besitzt Drive, geile Melodien, trifft textlich die Szene genau ins Herz, und dass der FADERHEAD Remix die Sache noch kerniger machen würde, war zu erwarten. Ein landestypisches Schmankerl erwartet einen mit der Cover-Version von FALCOs Hit „Titanic“, in dieser Form etwas schwer zu verdauen, aber das „Flair“ bleibt tatsächlich erhalten. Man sollte den Titel aber auch nicht überbewerten, das Original ist besser, aber als kleine Electro-Anekdote ist die Neubearbeitung gut gelungen, für die Tanzfläche allerdings etwas problematisch. Das instrumental „El Chupacabra“ ist da schon besser geeignet, SOMAN hätte es nicht besser hinbekommen – macht jede Menge Laune. Ein weiterer Hit, der auch schon auf dem Bunkertracks V Sampler zu hören ist, ist der „Tanzdiktator“. Dieser besitzt nun auch kein intellektuelles Niveau, aber der Titel wurde nun mal als Tanzflächen-Feger konzipiert und diesen Zweck erfüllt er, STRAFTANZ haben anscheinend einen „Nachahmer“ gefunden. Bei den vier Remixen stechen die von MODULATE und SKINJOB heraus, wieder genug Futter für DJs. Der letzte Song „Mörder“ macht nahtlos weiter, ein typischer instrumentaler Szene-Dance-Track, gut gewählte Samples verleihen dem Track eine tolle Atmosphäre, die in den Remixen gut erhalten bleibt.

Eigentlich egal, ob man NACHTMAHR nun mag oder nicht, nach dieser EP wird man nicht mehr an Thomas Rainers Projekt vorbei kommen, unter den 13 Tracks sind so viele hochwertige Disko-Stomper, dass man ihm wohl in nächster Zeit nicht entkommen kann. Die Geister werden sich scheiden wie bei STRAFTANZ, und da passt es doch perfekt, dass seine Musik inzwischen sehr ähnlich ist – einfacher derber EBM-Pop, die ideale Grundlage für volle Tanzflächen.

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