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NAEVUS - Silent Life

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Artist NAEVUS
Title Silent Life
Homepage NAEVUS
Label HAU RUCK!
Leserbewertung
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7.3/10 (3 Bewertungen)

NAEVUS’ 2002er Veröffentlichung war eine meiner ersten Rezensionen für den Terrorverlag und ich muss im nachhinein gestehen, dass ich nicht wirklich viel Ahnung von dem gebotenen Sound hatte. 5 Jahre später bin ich sicher noch nicht der allergrößte Experte im nennen wir es mal Avantgarde Neofolk-Bereich, doch kann ich den Stil der Briten nun wesentlich besser einordnen. Die Begriffe Punk, Folk und Progressive zieren ihre MySpace Seite, aber auch das ist durchaus irreführend. Nachdem mir leider der direkte Vorgänger „Perfection is a Process“ (erschienen bei Operative/ OEC) entgangen ist, kann ich nicht umhin, den aktuellen Output als überaus faszinierend zu bezeichnen. Lloyd James, Joanne Owen und Greg Ferrari wilden dermaßen überzeugend in den unterschiedlichsten musikalischen Schubladen, dass mich ihre 8 Kompositionen immer wieder fesseln, ja überraschen können. Dennoch bleibt das Ganze, nunmehr verlegt bei Albins Hau Ruck! Label, jede einzelne Minute homogen und geschmackssicher.

Der Opener „Spring Summer Railway“ geht als cooler Italo Western Soundtrack gewürzt mit Akkordeon-Klängen durch, Ennio Morricone lässt grüßen. „Castles in Spain“ enthält gar einige Lounge Elemente, wohingegen das düstere „Bobby Shafto“ jederzeit als Untermalung eines heidnischen Rituals durchgeht. Als Gast an der Violine: Matt Howden. Bei dem titelgebenden Shafto handelt es sich laut Wikipedia übrigens um einen englischen Politiker und „Herzensbrecher“ des 18.Jahrhunderts, dem ein bekannter Folk Song gewidmet wurde, einige weitere lyrische Verweise von Rushdie bis JFK existieren ebenfalls. Es folgen noch das tatsächlich recht punkige „Hasty Bastard“, das mit psychedelischen Gitarrenpassagen gespickte „The Ballad of Benjamin Munt“ (hypnotisierend!), das zarte „White Love“ sowie der „Dominic Song“ zum Abschluss, der im Radio unter all den gehypten Britpop Fans eine gute Figur abgeben würde. Wenn da nicht diese eigenwillige Aura und der Background der Formation wären.

Für jeden Musikbegeisterten im Spannungsfeld von Neofolk bis Avantgarde Rock ein Pflichtkauf, als groben Anhaltspunkt würde ich SPIRITUAL FRONT meets NEW ORDER meets JOHNNY CASH meets BLUR wählen, mit Erstgenannten hat man auch schon mal eine Split fabriziert, die anderen stehen dafür wahrscheinlich nicht zur Verfügung…

„I am his Superior and he is my Inferior“

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