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NANDO ROHNER/ ALESSANDRO BERTOLOTTI - Under the Skin of Rock’n’Roll (Buch)

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Artist NANDO ROHNER/ ALESSANDRO BERTOLOTTI
Title Under the Skin of Rock’n’Roll (Buch)
Homepage NANDO ROHNER/ ALESSANDRO BERTOLOTTI
Label BOOK ON DEMAND
Leserbewertung
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10.0/10 (2 Bewertungen)

Tattoos gehören wohl zur Rockszene wie die Stromgitarren selbst. Durch sämtliche Genres hinweg, seien es die extremeren Metalspielarten, traditioneller Rock oder sogar Pop, haben sich Tätowierungen als Körperschmuck fest etabliert und auch wenn sich mittlerweile selbst jeder zweite Ottonormalverbraucher und jede dritte Hausfrau ein immerwährendes Motiv unter die Haut stechen lässt, so wird der wahre Körperkult doch immer noch in den oben genannten Randgruppen betrieben. Kein Wunder also, dass sich auch die Journalisten der Szene damit auseinandersetzen.

Zur Werdensgeschichte des Buches: Nachdem die Autoren Nando Rohner und Alessandro Bertolotti bereits acht Monate lang Interviews mit Bands und Tattookünstlern geführt und auf einem deutschen Webzine veröffentlicht hatten, beschlossen sie aufgrund des positiven Feedbacks sowie der Tatsache, dass sie das Thema noch nicht vollkommen ausgeschöpft hatten, ihre Arbeit fortzuführen und in Buchform zu bringen. Herausgekommen ist dabei ein kompletter Rundumschlag auf knapp 400 Seiten mit einer Einleitung zur Geschichte der Körperbilder, Interviews inklusive Fotografien mit etwa 70 Musikern und Musikerinnen aus den verschiedensten Musikrichtungen (jedoch mit Hauptschwerpunkt Metal) sowohl dies- als auch jenseits des Atlantiks. Hier erfährt man so interessante Details wie z.B., dass Dani Filth (CRADLE OF FILTH) tätowierte Nippel hat, Peter Tägtgren (HYPOCRISY, PAIN) sich sein erstes Tattoo tatsächlich selbst stach und Mille Petrozza (KREATOR) durch deren erste Tour mit BIOHAZARD zu seinem ersten Motiv kam. Zusätzlich finden sich ab und an göttliche Schnappschüsse wie der von Rafi Kirder (ehemals ELUVEITIE) in gepunkteter Unterhose auf einer Waschmaschine sitzend sowie im nächsten Foto im Adamskostüm das Stück Unterwäsche auf die Leine hängend, so dass der Blick auf seinen komplett verschönerten Rücken inklusive Allerwertesten frei wird. Abgerundet wird der Bandteil durch weitere Fragerunden mit Tattookünstlern sowie einem Kapitel mit Antworten eines farbverzierten Pfarrers, des Buchautors selbst und u.a. Missy Suicide von den SUICIDE GIRLS.

Auch wenn das Buch inhaltlich eine wirklich runde und ausführliche Sache ist, so gibt es doch leider etwas zu beanstanden: am schwersten fällt hier das sehr spartanische Layout und vor allem die teils suboptimale Qualität der Schwarzweißfotografien ins Gewicht (liegt möglicherweise an der Herstellungsweise). Wer sich so intensiv mit einem visuellen Thema beschäftigt, sollte das vielleicht auch entsprechend optisch aufbereiten, gerade bei bunten Tattoos geht der Effekt bei Schwarzweiß einfach verloren. Auch wirken die Interviews spätestens ab Nummer 5 etwas voraussehbar, da ein Grundkatalog an Fragen bei allen Gesprächen verwendet wurde. Zwar wird dieser variiert und es wird auch bei Gelegenheit individuell auf die Interviewten eingegangen, doch erinnern viele Interviews insgesamt eher an einen Steckbrief denn an ein fließendes Gespräch. Schön ist dagegen zu sehen, dass auch die weiblichen Geschöpfe der Szene – wenn auch verständlicherweise in kleiner Anzahl – miteinbezogen wurden bzw. das wirklich zu dem Interviewten Fotos geliefert werden.

Insgesamt ist „Under the Skin of Rock’n’Roll“ ein sehr umfangreiches Werk, das Interessiertem am Thema Tattoo allerhand Informationen liefert und für Fans der Körperkults und der Musik sicher ein Muss ist. Allerdings sollte man sich darüber im Klaren sein, dass die Autoren hauptsächlich kleine bis mittelgroße Bands ins Visier nehmen, die ganz großen Namen der Szene (METALLICA, SLAYER, MARILYN MANSON etc.) fehlen.

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