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NARGAROTH - Jahreszeiten

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Artist NARGAROTH
Title Jahreszeiten
Homepage NARGAROTH
Label NO COLOURS RECORDS
Leserbewertung
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7.5/10 (17 Bewertungen)

Da sind wir wieder beim “beliebten” Thema NARGAROTH. Genauso umstritten wie erfolgreich bietet René Wagner aka Ash (ehemals Kanwulf) eines auf jeden Fall: Unterhaltung. Sei es durch durchaus starke Alben wie „Herbstleyd“, aber auch durch kontroverse Darbietungen und Äußerungen, wie das umstrittene Werk „Black Metal ist Krieg“, ein Auftritt in einer Talkshow, Hasstiraden gegen andere Bands der Szene, sowie Kontakte zu NSBM-Formationen à la GRAVELAND oder ABSURD. So gibt es bei diesem Ein-Mann-Projekt eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Man findet es abgrundtief daneben oder man sympathisiert. Und beides dürfte Wagner durchaus recht sein, denn so bleibt man im Gespräch und bekommt ordentlich Werbung für die weiteren Veröffentlichungen.

Und auch „Jahreszeiten“ wird zu einigen Kontroversen führen. So startet man nach dem selbstverliebten Prolog „Frühling“ mit einer ungewöhnlichen Melodie. Wagner präsentiert hier eine bessarabische, klirrende Folk-Klangfolge, garniert mit eingängigen Rhythmen und garstigen Vocals. Ein „Anti-Statement gegen alle Neo-BM-Kids, die vom alten Wesen des Black Metals keine Ahnung haben“. Das sitzt und sorgt sicherlich für weiteren Zündstoff. Und scheinbar scheint Wagner nun endlich seinen so oft dargestellten Befreiungsschlag geschafft zu haben. Denn anstatt weiterhin nur auf seinen Ego-Trips abzureiten, präsentiert er mit „Sommer“ endlich mal wieder vielseitigere Riffings, atmosphärische Sounds und der Drummer aus Fleisch und Blut steht dem NARGAROTH-Sound ebenfalls richtig gut. Allerdings wird auch hier die gar nicht so schwarzmetallische Ausrichtung sicherlich nicht jedem gefallen. Passend zum „Herbst“ wird es dann ruhig, melancholisch und fast depressiv. Man hört den Regen prasseln, den Donner grollen und Raben wie auch Wölfe geben ihre Laute von sich. Dazu wird das Klangbild in der ersten Hälfte des 22 minütigen Epos’ von schleppenden, verzerrten Riffs dominiert und die verstörend-verfremdeten Vocals lassen nach langen Jahren mal wieder Vergleiche hinsichtlich BURZUM zu. In der zweiten Hälfte nimmt der Song dann deutlich an Fahrt auf, behält allerdings die Atmosphäre gekonnt bei und krönt seine Klasse mit dem Einsatz von cleanen Vocals, die sehr gut zur Thematik passen. Respekt! Mit „Winter“ räubert ein 16 Minütiger Black Metal-Sturm alles weg, was vorher erschaffen wurde. Lässt der „Herbst“ noch viele Lichter und Farben – kalte wie auch warme – erscheinen, fegt der „Winter“ diese in seiner brutalen, kompromisslosen und direkten Art komplett aus der Szenerie.

Mag man Wagner nun für eine Ikone oder einen Vollidioten halten, man kann ihm auf jeden Fall eines nicht absprechen. Mit „Jahreszeiten“ sorgt er nicht nur für weitere Kontroversen, sondern präsentiert mit „Herbst“ auch einen der besten NARGAROTH-Songs bis dato!

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