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NARROW HEAD - 12th House Rock

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Artist NARROW HEAD
Title 12th House Rock
Homepage NARROW HEAD
Label HOLY ROAR RECORDS
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Jacob Duarte, seines Zeichens Sänger und Gitarrist der texanischen Alternative-Rock-Combo NARROW HEAD, wundert sich, dass niemand mehr Songs mit Riffs schreibt. Dass dies so ist, halte ich zwar für ein Gerücht, aber wir haben jetzt ja die 2013 gegründete Kapelle aus Houston, die es auf ihrem zweiten Album „12th House Rock“ nicht an Riffs fehlen lässt und stolz darauf ist, dass als Zutaten für den NARROW-HEAD-Sound nur Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang infrage kommen. Serviert wird im DIY-Manier ohne Studio-Tricks und mit verzerrten Saiteninstrumenten.

Auf diese Weise driften Jacob, Carson, William, Ryan und Kora mit rockiger Attitüde in die Grunge-Neunziger ab. Das Rad erfindet man auf diese Weise zwar nicht neu, aber man hört den Herrschaften an, dass sie Bock haben und das Ganze ist in gewisser Weise auch eine Art Therapie, denn wenn Mr. Duarte wie beim krachend rockenden „Hard To Swallow“ oder dem grungig-verqueren „Emmadazey“ über Medikamentensucht singt, tut er dies aus eigener Erfahrung. So gehört das Thema Selbstmedikation ebenso zum Repertoire der Jungs wie Selbsthass, Verzweiflung, der Verlust geliebter Menschen und die Hoffnung auf Erlösung. Düsterer Stuff, zu dem passt, dass die meisten Lieder nachts oder ganz früh am Morgen entstanden sind. Wann die Geburtsstunde des zentnerschweren Openers „Yer‘ Song“ war, vermag ich nicht zu sagen, aber als Grunge-Kind haben mich NARROW HEAD mit der Nummer schon mal neugierig gemacht und können mich auch mit dem schrammeligen „Ponderosa Sun Club“ bei der Stange halten. Beim facettenreichen „Stuttering Stanley“ blitzt ein wenig Shoegaze durch, bevor der Titeltrack „12th House“ und auch das nachfolgende „Crankcase“ schwere Geschütze auffahren. Scheppernd übernimmt „Nodding Off“, wohingegen „Night Tryst“ es etwas langsamer, aber nicht weniger druckvoll angehen lässt. Da setzt das hypnotische „Wastrel“ noch eins drauf, bevor „Delano Door“ in doomige Tiefen abtaucht. Im direkten Vergleich wirkt „Bulma“ wie ein Gruß aus der strahlenden Sonne und „Evangeline Dream“ sorgt auf der Zielgeraden noch einmal für Spannung.

NARROW HEAD gelingt auf „12th House Rock“ das Kunststück, gleichzeitig tiefenentspannt und von einer gewissen Unruhe getrieben zu klingen. Auf die anfangs erwähnten Riffs verstehen sich die Texaner bestens und so findet der Grunge der Neunziger auch im Hier und Jetzt seine zeitgemäße Entsprechung.

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