Band Filter

Request did not return a valid result

NARZISS - Neue Welt

VN:F [1.9.22_1171]
Artist NARZISS
Title Neue Welt
Homepage NARZISS
Label CIRCULATION RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
9.3/10 (3 Bewertungen)

Eins vorweg: Der ehemalige Sänger Michael hat NARZISS aus privaten Gründen verlassen. Eine Ausbildung, die er begonnen hatte, ließ es zeitlich nicht zu, dass er weiterhin bei der Band bleiben konnte. Doch ein guter und schneller Ersatz für Michael ward leicht gefunden: Rayk Sommer, Ex-SELF CONQUEST, ist der neue, der nun mit seiner Stimme dem ganzen noch mehr Klang verleiht. Früher mussten sie sich für Gigs auch immer noch Freunde aus anderen Bands für die zweite Gitarre ausleihen, je nachdem, wer Zeit hatte. Scheinbar – laut Website und Booklet der neuen CD – haben sich aber nun sechs Mitglieder gefunden, welche das momentane NARZISS-Team bilden. Die Besetzung lautet von daher aktuell: Rayk Sommer (v), Alexander Bartsch (v), Sebastian Metzner (g), Robert Jende (b), Steffen Adolf (d) und Johannes Müller (g/kb/vc).

„Neue Welt“ heißt das neueste Werk der Ostdeutschen und wie ich finde, sorgt schon der Name der Scheibe für Neugierde und wie ich feststellen durfte, war es auch keine Enttäuschung sich dieses Album anzuhören. Sechs Musiker aus Jena bzw. Potsdam (Rayk) haben einfach alles, was ihnen scheinbar auf Seele und Zunge gebrannt hat, aufgeschrieben und in eine starke, laute und dennoch emotionale und harmonische Verbindung gebracht. Die Musik, die sie machen, nennen sie selbst Metalcore. Die Übergänge zwischen Metal und Hardcore sind ja relativ fließend (geworden), von daher lasse ich die Bezeichnung mal unkommentiert stehen. Dafür kann ich aber meine Eindrücke zu der neuen CD beschreiben. Der neue Sänger Rayk Sommer besitzt eine eher ruhige Stimme, trotz der ständigen „Shouts“. Mit sehr viel Kraft zeigt er, „wo es lang geht“. Jeder fühlt bei Musik anders und ich kann von mir sagen, dass das Zusammenspiel der Instrumente, der Lyrics und der verschiedenen „Stimmhärten“ auf mich mal bedrohlich und hart, aber dann wieder emotional und harmonisch wirkt. NARZISS schreiben Texte, die meines Erachtens auf eine sehr kritische Haltung gegenüber Politik, Menschen, Kriege und eigene Emotionen schließen lassen, aber dennoch nicht sofort für jeden offensichtlich sind. Kurzum eine Formation, mit der man sich textlich doch eher mal aus der „Nähe“ befassen sollte, das heißt: Lest euch die Texte durch und versucht auch zwischen den Zeilen zu lesen.

Anfänglich hatte ich doch meine Bedenken bei dieser Art von Musik, aber nach dem wohl bekanntesten Stück der Herren – „Entstelltes Bild“ von der Platte „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ – war ich überzeugt, dass da noch einiges geht. Wem dieser Song gefallen hat, wird auf der neuen CD auch viele Tracks finden, die er mögen wird. Auf der „Neue(n) Welt“ gefallen mir am besten „Nur ein Wort“ und „Vergessen“, da sie musikalisch und gesanglich die beste Einheit bilden. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich eine Frau bin und einfach diese melancholischeren Sachen bevorzuge. Aber NARZISS ziehen generell ihr eigenes Ding durch, und dadurch, dass sie Metalcore in deutscher Sprache machen, sticht das ganze schon aus der Masse heraus. Auch die restlichen Stücke sind gut und können sich hören und vor allem lesen lassen. Ich hoffe nur, dass die Jungs nicht auf die Idee kommen, die Tracks noch mal in Englisch aufzunehmen, denn dadurch würden sie ihre Identität verlieren (die Tracks und die Jungs…). Ihre hintersinnigen Texte und dazu der Klang der „ausgewogenen“ Musik klingen für mich nur in deutsch wirklich gut. Mit kurzen und doch eindrucksvollen Stücken, viel Kraft in den Instrumenten und den Stimmen versuchen sie einen „wach“ zu rütteln und zum Nachdenken anzuregen, und das finde ich lobenswert. Leider hören viele nur nicht richtig hin. Also mein Tipp: Nehmt euch das Booklet der „Neue(n) Welt“ in die Hand und lest, was ihr hört, dann werdet ihr noch besser verstehen, was eigentlich die Emotionen auslöst, die sie zu vermitteln versuchen.

Das Cover der CD spricht auch für sich, ein Ausschnitt einer Weltkarte und alte Zeichnungen, wie es sie zu der Zeit von Christopher Kolumbus gab. Dazu ganz klein aber doch erkennbar: Rote Schwalben mit einem NauticStar und einer Banderole, auf welcher der Bandname in großen Lettern geschrieben steht. Auch die CD selber hat diese aufgemalte Landkartenstruktur, nicht ganz so ausgefeilt wie bei der Hülle, aber auch schon sehr ansehnlich. Für mich ein absoluter Blickfang, ich war schon lange nicht mehr so angetan von einem Cover und dem Design eines Silberlings.

Fazit: Tolle Scheibe für die Ohren UND die Augen. Vor allem die Leute, welche die Vorgänger-Werke kennen, werden begeistert sein. Ich bin nur gespannt, ob die Jungs das Ganze noch übertreffen können mit dem nächsten Album!? Denn meiner Meinung nach war schon die „Neue Welt“ ein großer Sprung nach vorne. Für diejenigen unter euch, die NARZISS mal wieder live sehen wollen: In unserer Gegend spielen sie am 29.Juli.2004 in Münster – Weitere Infos gibt es auf der offiziellen Homepage der Jungs.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

NARZISS - Weitere Rezensionen

Mehr zu NARZISS