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NAVEL - Loverboy

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Artist NAVEL
Title Loverboy
Homepage NAVEL
Label NOISOLUTION
Leserbewertung
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6.9/10 (10 Bewertungen)

Bei NAVEL muss ich ja immer auch an die “gleichnamigen” Apfelsinen denken, die gerade Hochkonjunktur haben; aber natürlich haben wir es hier nicht mit vitaminreichem Obst zu tun, sondern mit der Schweizer Kapelle NAVEL, die in ihrem zehnten Jahr nicht nur ihre Mannschaft neu aufgestellt hat, sondern auch die dritte Langrille in die Plattenläden bringt. Fixpunkt der Alternative-Rocker ist der Sänger und Gitarrist Ari Altermatt aka Ari Antii, der NAVEL 2003 gemeinsam mit zwei weiteren Musikern in der Ricola-Fabrik in Laufen aus der Taufe gehoben hat. Die beiden Mitstreiter der ersten Stunde sind inzwischen durch Marco Näf (Bass & Vocals), Massimo Tondini (Keys & Gitarre) sowie den Drummer Martin Huber, der bereits in der jüngeren Vergangenheit bei NAVEL ausgeholfen hat, ersetzt worden und gemeinsam präsentiert man sich jetzt auch musikalisch durchaus neu aufgestellt.

War der Vorgänger „Neo Noir“ noch ein dunkler, kratzender Blues-Noise-Bastard, zeigen sich auf „Loverboy“ neue Impulse, die erstens dem neu hinzugekommenen Tasteninstrument geschuldet sind, zweitens die Einflüsse der ausgiebigen Touren durch Europa und die USA widerspiegeln. So klingt beim ruhigen „I Bury My Luck In This Town“ eine gehörige Portion Americana durch und auch der Opener „Cold Blood“ fängt mit bluesigen Gitarrenhooks gekonnt den staubigen Straßendreck der Route 66 ein, ehe „The Sun For Me“ dem Keyboard Raum gibt und mit viel Groove in die Siebziger einlädt. Mit dem catchy Titeltrack „Loverboy“ empfehlen sich die Eidgenossen fürs Radio, bevor es mit „Barrels of Love“ wieder ordentlich scheppert und kracht. Der „Sweetest Song“ schaltet derweil einen Gang zurück und entführt mit viel Gefrickel in die späten Sixties, wo sich das ebenso spacige wie druckvolle „Hollow Sky“ ebenfalls wohlfühlen dürfte. Spoken Words eröffnen wenig später das treibende „Love Her (Before She’s Gone)“, mit dem NAVEL zur großen Jam-Session bitten. „This Is The Youth“ lässt sich in Sachen Spielfreude und Drive ebenfalls nicht lumpen, was in gleichem Maße für „Right To The Next Fire“ mit seinen jaulenden Langäxten gilt, während das finale „Shine On“ den Silberling in klassischer NAVEL-Manier beendet. Das Tempo wird an dieser Stelle deutlich gedrosselt, um mit düsteren Sounds und prägnanten Sechssaitern den Hörer in der gebotenen Ausführlichkeit von gut elf Minuten in noisige Untiefen zu schicken. Ein gelungener Abschluss, wenn nicht gar Höhepunkt der Platte.

NAVEL haben sich mit „Loverboy“ ein Stück weit neu erfunden. Das hat den elf Songs in keiner Weise geschadet, sondern neue Facetten zum Vorschein gebracht, die der Musik Tiefe und Abwechslungsreichtum verleihen, ohne die alten Fans zu vergraulen.

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