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NAVEL - Songs of Woe

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Artist NAVEL
Title Songs of Woe
Homepage NAVEL
Label NOISOLUTION
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Es ist natürlich längst kein Geheimnis mehr, dass die Schweiz nicht nur das Land der Käse- und Steuerschlupflöcher ist und auch mehr zu bieten hat als zart schmelzende Schokolade. Umso schöner ist es, dass NAVEL aus dem grenznahen Basel zum nunmehr vierten Mal den Beweis antreten, dass die Eidgenossen auch sehr wohl rocken können. Waren die Anfänge vor rund zehn Jahren vom Seattle-Grunge geprägt, wurde der Sound mit dem zweiten Album „Neo Noir“ (2011) dunkler und bedrohlicher, um zwei Jahre später auf „Loverboy“ Richtung Blues, Folk und Rock zu changieren.

Ein gutes Jahr später präsentieren die vier Herrschaften jetzt „Songs of Woe“ – erstmals übrigens in einigermaßen konstanter Besetzung. Lediglich der Platz hinterm Schlagzeug wurde neu vergeben. Wie es scheint, hat diese Beständigkeit dem Songwriting und der Kreativität gut getan, denn die Abstände zwischen den Veröffentlichungen werden kürzer. Bleibt nur noch zu klären, ob die Qualität ebenfalls profitiert hat. Der Opener „Her Land of Love“ bietet hier allen Grund zur Hoffnung und startet mit ebenso psychedelisch wie orientalisch verbrämten Melodien in Slow Motion, ehe „The World Is On Fire“ die Gitarren jaulen lässt und „My Everything“ mit viel Schmackes die Garage auseinander nimmt. In diesem Sinne schließt sich auch der „Teenage Blues“ an, bevor „Tale of Woe“ ganz im Geiste einer Leidensgeschichte Jaris Gesang in Falsett-Höhen schraubt, während die Instrumentalfraktion ohrwurmartige Akkorde auf die beseelte Reise schickt. Mit „Where Have You Been“ findet diese ihre Fortsetzung auf einem menschenleeren staubigen Highway, der auch mit dem noisigen „Way Out“ gekreuzt wird. Derweil läutet eine leises Banjo das zurückhaltende „Ocean“ ein, das ohne Gesang auskommt, um schließlich mit „Don’t Get Me Wrong“ munter nach vorn zu drängen. „True Love Won’t Let You Down“ zeigt sich von einer angenehm ruppigen Seite, wohingegen „Never“ erneut gekonnt die Americana-Blues-Karte spielt. Am Ende lässt es das Quartett dank „Let Me Take You By My Side“ noch mal ruhig angehen, baut hier jedoch durchaus auch einige abseitige Elemente ein, die den Hörer aufmerken lassen.

Okay, Grunge ist abgehakt, dafür sind auf „Songs of Woe“ die Keys deutlich präsenter; es wird nicht mehr so wild gerockt wie in den Anfangstagen, dafür aber umso eindringlicher, dunkler und schwermütiger. Blues kann eben auch noisy und fordernd sein. Oder auch schlicht gelungen – so wie in diesem Fall bei NAVEL.

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