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NEAL BLACK & THE HEALERS - Before Daylight

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Artist NEAL BLACK & THE HEALERS
Title Before Daylight
Homepage NEAL BLACK & THE HEALERS
Label DIXIE FROG
Leserbewertung
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6.0/10 (1 Bewertungen)

Ach ja, Texas. Da wo die Sonne stets heiß vom Himmel brennt und der trockene Sand und Strauchwerk durch die Straßen wehen. Irgendwo heult ein Kojote und von fern spielt eine Mundharmonika ein trauriges Lied von Liebe, Leid und Tod. Und genau dieses Flair greift NEAL BLACK mit seinem Blues auf, und spielt seit Jahren (bzw. Jahrzehnten) seine Musik recht erfolgreich. Und das macht sich auch an den Namen fest, mit denen BLACK schon performt hat. Als da wären: der in Deutschland wenig bekannte POPA CHUBBY, oder auch CHUCK BERRY bis hin zu ALBERT KING oder gar STEVIE RAY VAUGHAN.

Aber nun zurück in das trockene Land und zur Mundharmonika. Ich folge dem Klang und lausche dem Lied. Mir wird bewusst, dass der Mann leiden muss. „Jesus & Johnny Walker“ bestimmen sein Leben. Dabei lebt das Stück vom Gitarrenspiel, das zuweilen an MARK KNOPFLER erinnert und natürlich von der herrlichen Harp. Als ich die Musiker gefunden habe, setze ich mich in den Sand und lausche weiter. Irgendwo in der Tasche muss ich doch noch den Whiskey haben. Und nach einem Schluck stimmen die Herren um NEAL BLACK „Hangman’s tree“ an. Ein Hauch von Western liegt in der Luft. Oder ist es nur der Wind, der den Staub müde vor sich her trägt? Ich nicke im Rhythmus des geradlinig rockenden Stückes und denke mir meinen Teil zum Text. Wieder mal hat’s einen Unschuldigen erwischt. Ich spüle den Gram mit einem weiteren Schluck aus der Flasche hinunter. Vielleicht nicht das Sinnvollste an so einem heißen Tag … Die Band wird nun auch etwas nachdenklicher und versucht sich mit „The peace of darkness“ an einem Slowblues. Das Stück lebt vor allem von der rauchigen Stimme des Sängers. Ich schließe die Augen einen Moment. Alkohol und Hitze tun ihre Wirkung. Doch schon tönt ein weiterer Rocker an meine Ohren. Ich öffne die Augen, blinzle etwas wegen der tiefer stehenden Sonne und nicke im Rhythmus von „Mama’s baby“. Vor allem das Solo in diesem Stück zaubert mir ein Lächeln auf die trockenen Lippen. Und trotz Hitze und Whiskey bleibe ich weiterhin im Staub sitzen und warte ab was sonst noch so kommt. Sei es das langsame „The same color“ mit seinem tollen Pianopart, das krachende „The road back home“ oder auch das benahe zärtlich dargebrachte „Goin‘ Down The Road“. Ich schließe erneut die Augen und genieße die letzten Sonnenstrahlen und den klaren analog wirkenden Sound.

Vielleicht liegt es an der Sonne, vielleicht am Whiskey, am Blues, Rock und dem gewissen Feeling dieser Musik. Vielleicht liegt es am rauchigen Gesang, an den melodischen Gitarren, den tollen Melodien. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur eines: Was ich hier gerade gehört habe, ist sehr gelungen. Es trifft den gewissen Nerv und lässt mich träumen. Und als ich schließlich die Augen wieder öffne, sitze ich allein im Sand. Die Sonne hat sich bereits verabschiedet und auch die Musiker sind nicht mehr da. Alles was ich noch höre, ist der einsame Kojote, der den aufgehenden Mond anheult. Ich spüre, dass es ein Schluck zu viel Whiskey war und auch zu viel Sonne. Aber was soll’s… ich würd’s wieder tun und NEAL BLACK lauschen.

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