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NEBELUNG - Vigil

VN:F [1.9.22_1171]
Artist NEBELUNG
Title Vigil
Homepage NEBELUNG
Label EISLICHT VERLAG
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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6.9/10 (8 Bewertungen)

„NEBELUNG versteht sich selbst als ein Bollwerk gegen die zunehmende Entfremdung [des Menschen von sich selbst]. Betont wird dagegen die Verbundenheit des Individuums mit der Natur.“ Mit dieser Einstellung ziehen die Bonner Barden Stefan Otto und Thomas List in die „Neofolk-Schlacht“, die sie mit fast meditativer Gebrechlichkeit problemlos für sich entscheiden können. Die etwas scheuen Herren lernten sich bereits 1998 kennen und schätzen, es sollten aber noch einige Jahre vergehen, bis man nun nach der 7inch „Reigen“ und der EP „Mistelteinn“ das erste Vollzeitalbum in Umlauf bringt. Live konnten sie uns bereits beim Mithras Garden Festival im Jahre 2006 überzeugen, wo man aber aufgrund der Geräuschkulisse nicht alle feinen Details in den Soundstrukturen erkennen konnte. Nun im heimischen Plattenlabor darf man sich aber verlieren in den fragilen Kompositionen, die überwiegend nur von der akustischen Gitarre vertont wurden.

Während man also musikalisch so puristisch wie nur eben möglich agiert, versteht es die lyrische Seite, klischee- und ideologiefrei von der rauen Beziehung Mensch/ Natur zu berichten. Das geschieht neben Eigenkreationen auch mittels Bearbeitungen von Texten der 3 zu Beginn des 20 Jahrhunderts wirkenden Dichter Stefan George, Georg Trakl und Gertrud Kolmar. Die nachdenklichen Worte schweben voller Poesie durch den Raum und schwingen lange im Gedächtnis des aufmerksamen Hörers nach. Dazu gesellt sich die unaufdringliche Stimme Stefan Ottos, der mich hin und wieder an GRAUMAHDs Jörg erinnert. Musikalisch sollte man als Referenzen allerdings eher ULVER („Kveldssanger“) oder auch DARKWOOD heranziehen. Aus den 9 Titeln stechen besonders hervor: Das vergleichsweise treibende „Sturm“, bekannt vom „Eisiges Licht 2“-Sampler sowie das von einer feinen Violine untermalte „Hoffnung“. Allerdings fallen Qualitäts- wie Klang-Unterschiede per se gering aus, was für Genre-Außenstehende eine gewisse Monotonie implizieren könnte. Doch schon nach wenigen Testläufen gewinnt das in ein sehr ansehnliches Digipak gehüllte Tonwerk an Erhabenheit und Stil. NEBELUNG dürfen neben TRAUM’ERLEBEN fortan als Hoffnungsträger einer doch eher statischen Szene betrachtet werden!

„Erst am Abend weiß der Einsame, was einsam heisst…“

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