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NECRO - Death Rap

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Artist NECRO
Title Death Rap
Homepage NECRO
Label PSYCHO + LOGICAL RECORDS
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„Bodycount – bloody Motherfuckin’ count”, das waren noch Zeiten, in denen BODY COUNT der Crossover-Fleischwolf für ICE-Ts Verbalschinken war. Aber angefangen hat wohl alles damals, als sich RUN DMC entschlossen, ihren Sprechgesang über AEROSMITHs „Walk this way“ zu legen. Das kam in Mode, PUBLIC ENEMY machten mit ANTHRAX rum und ICE-T rief oben benannte Band ins Leben. Und wer weiß, wahrscheinlich waren auch LIVING COLOUR nicht ganz unschuldig dran, dass sich HipHop & Metal musikalisch vereinigten. Davon profitiert NECRO bereits seit geraumer Zeit, die textlichen Ergüsse des Rappers aus Brooklyn benötigen eben eine härtere Grundlage. Wenn NECRO in „Technician of Execution“ seine extremen Gewaltphantasien auslebt, ist CYPRESS HILLs „How I could just kill a man“ das Rezept für den Geburtstagskuchen der Nichte, aber mit Schokostreuseln.

NECRO ist in der Szene so bekannt, dass er mit „Death Rap“ nicht nur sein neues Album tituliert sondern auch gleich ein neues Genre ins Leben ruft. Darf er wohl, kommt selten genug vor, dass ein Rapper für NAPALM DEATH oder SEPULTURA Konzerte eröffnet und mit HATEBREED im Studio steht. So findet man auch auf dem Longplayer keine Goldkettenschwingenden Basecapträger, sondern mit Mark Morton von LAMB OF GOD und Adam Jackson von TWELVE TRIBES Vertreter der härteren Musikgangart. Das funktioniert bei NECRO dann so gut, dass er auch noch HipHop typisch mit fetten Bassloops und einer „Rat-ta-tat“-MG-Salve an Lyrics mit „Creepy Crawl“ eröffnet. Hat man sich an die gewalttätigen Lyrik-Ergüsse gewöhnt, bricht „Suffocated to Death by God’s Shadow“ die Genremauern ein. Krachende Riffs und donnernde Bassbeigaben rollen Feuerwalzengleich über den Hörer herein. Das Problem, es klingt als wär’s von BODY COUNT und mindestens genauso alt. Dass NECRO nicht nach fauligem Fleisch aus Bayern stinkt, belegt er mit dem Gefrierbrandgeschützten „Mutilate the Beat“. Streichersamples und holprige Beats dienen lediglich als Stufen für NECROs Climb-to-the-Top-Egomanie. Sein aggressiver Reimstil zementiert die Kill-You-Phrasen in adrenalingeladene Storytellings.

Ob das düstere „Super-Sadistic“ Phantasien auslebende „Technician of Execution“ mit Psycho-Soundtracksamples, „As Deadly as can be“ mit pumpender Bassmaschinerie und röhrenden Riffs oder das wirr verstörende „Forensic Pathology“, die Atmosphäre ist hausgemacht. „Death Rap“ braucht keinen Explicit Lyric–Sticker, den trägt der bellende NECRO wohl als Hundehalsbandanhänger. Wohl auch der Grund, warum ich das ganze Album hindurch an einen Rottweiler denken muss.

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