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NECRONOMICON (D) - Construction of Evil

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Artist NECRONOMICON (D)
Title Construction of Evil
Homepage NECRONOMICON (D)
Label REMEDY RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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Das Neue kommt aus dem Alten und das Alte wird das Neue ersetzen. So steht es im Buch der toten Namen und so geschehen bei NECRONOMICON. Denn tot, betonen die Mitglieder unermüdlich, seien sie nie gewesen. Nur musikmüde in den Zeiten des Nu Metal. Darum verkaufte der eine derweil Sportschuhe, reparierte der andere Telefone, übte sich ein dritter im Programmieren von Webseiten. Sieben Jahre sind gar nicht so lang, wenn man ein Leben hat. Dennoch reibt sich der Musikinteressierte die Augen darüber, dass „Construction of Evil“ jetzt in den Läden steht. Von dem ersten Demo bis zu diesem Punkt waren es immerhin noch einmal drei Jahre. Da schienen die alten Geister die Band wieder heimzusuchen: Plattenfirmen, Presse, Publikum. Erstere mit Inkompetenz, die zweite mit Skepsis, das dritte mit einer gespaltenen Persönlichkeit aus völliger Begeisterung und Desinteresse. Doch auch wenn die Platte wie ein Anachronismus anmutet: Sie ist real, sie existiert.

Und sie könnten genau zur richtigen Zeit kommen. Alten Fans stehen die Tränen in den Augen. Völlig subjektive, kritiklose und übertriebene Besprechungen füllen „Rock Hard“ und „Heavy oder was!?“. Yücel Erol, Veranstalter des Baden Metal, machte sie sofort zu Headlinern seines diesjährigen Festivals. „We’re possessed again“ versprachen die Jungs und legen nun in „Hills of Dead“ sogar noch einen nach: „“Here we are again, we’re fucking back!“ – Die Rückkehr der verlorenen Söhne. Doch auch: Die Wegbereiter einer neuen Bewegung. Thrash ist nicht die Musik für die sichere Riester-Rente, doch wagt sich der Koloss der 80’er aus seinem dunklen Verlies heraus. Bands sprießen wieder aus dem Boden der Proberäume und der Einfluss des Genres auf benachbarte Sparten könnte kaum spürbarer sein. Junge Ohren lauschen altbewährten, doch jugendlich mitreißenden Klängen und NECRONOMICON geben sich wie Debütanten. Keine Effekte auf der Stimme, keine Spirenzchen im Gitarrensound: Man begegnet der Wut mit nackten Fäusten. Und legt weiterhin mühelos den Spagat zwischen zwei Lieben hin: Die Musik ist durch und durch Thrash, von den Riffs bis zu der rollenden Double-Bass, doch die Refrains und der Mitgrölfaktor sprechen die Sprache des Punk. Keine Balladen, kein gemütliches Blues-Schäferstündchen – für die reifen Alterswerke sind andere zuständig. Der grundlegenden Gefahr solcher Veröffentlichungen, der übermäßigen Wiederholung, kann auch diese Band nicht aus dem Weg gehen. Doch die Songs und viele Kniffe halten einen bei der Stange. „Bone Daddy“ ist mit seinem Neuaufbau zum Schluss schon wie der Live-Kracher aufgebaut, der er ist, „Hills of Dead“ verzichtet zugunsten des guten Grooves auf garstiges Geknüppel und „Paralizer“ bietet einen knappen Ausflug in angrenzende Gebiete: Jede Powermetal Band will solche Songs schreiben! Einfach hört sie sich an, die Musik, doch der Schein trügt. Diese Flüssigkeit und Spontaneität haben sich NECRONOMICON ungezweifelt hart erarbeiten müssen. Mal abgesehen von einer gehörigen Dosis Talent ist dies beeindruckendes Handwerk.

Die weniger gelungenen Momente finden sich erwartungsgemäß im letzten Drittel. „Insanity“ ist kurz, brachial und belanglos. „Fireball“ klang wahrscheinlich beim Komponieren deswegen so organisch und natürlich, weil es eine Quasi-Kopie des „51st State of America“ ist. Und ausgerechnet zu dem plumpen, plattfüßigen und wenig repräsentativen „Terrorist Attack“ drehte man ein Video. Sei’s drum: Die beiden Livetracks klingen bereits ganz so, als habe man die Arena auf Schalke ausverkauft. Böse kann man der Truppe zu diesem Zeitpunkt ohnehin nicht mehr sein. Auf der Bühne wie im Studio: NECRONOMICON sind wieder eine Kraft.

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