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NEED - Siamese God

VN:F [1.9.22_1171]
Artist NEED
Title Siamese God
Homepage NEED
Label VENERATE INDUSTRIES
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
9.5/10 (2 Bewertungen)

Ein extravagantes, exotisch ausgelegtes Artwork und in der Info mit Bands von PANTERA über NEVERMORE bis hin zu TOOL, DREAM THEATER sowie SAVATAGE in einem Atemzug genannt… das macht neugierig und weckt nicht gerade niedrige Erwartungen.

Und tatsächlich geht es bei „Siamese God“ mächtig abwechslungsreich zur Sache. So startet man mit dem vertrackten „Rainy Pieces of Hell“ in einem Mix aus PANTERA meets MUDVAYNE-Groove und verspielten Bass-Läufen, entwickelt bei „Soon“ ausschweifende und kantige Prog-Rhythmen und rockt bei „Lie before you Sleep“ mit deftigen Rock/ Metal-Tunes geradewegs nach vorne, überzeugt dabei auch gleichzeitig mit melodisch-ruhigen Passagen, die tatsächlich auch 10YEARS als Vergleich nahe legen. Mit „Inbetween“ bietet NEED auch eine radiotaugliche Power-Ohrwurmballade, womit man das abwechslungsreiche Spektrum dann auch komplettiert hat. Keine Frage, spielen können die Griechen und das sehr gut. Der transparente und satte Sound tut sein übriges, um „Siamese God“ zu einer runden Sache zu machen. Ein „Aber“ kommt dennoch, denn mit allen spielerischen Finessen und gelungen Song-Arrangements fehlt NEED schlussendlich doch ein ganzes Stück zu den großen Vorbildern. Einerseits mangelt es dem an sich guten Sänger am Ende doch an der atmosphärischen Tiefe und generell dem Songwriting an dem großen gewissen Etwas, was einen Track eben unvergesslich macht.

Gute Musiker, satter Sound und ordentliche Songs reichen manchmal einfach noch nicht aus, sind aber ohne Frage schon mal ein vielversprechender Ansatz!
Fafnir

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Bereits anderthalb Jahre hat das zweite Album der Prog/ Metal/ Thrash-Griechen NEED auf dem Buckel. Nun wird es nach dem damaligen Heimatrelease auch dem Rest der Welt nochmal präsentiert. Und das ist gut so! Denn eine solche Klasse-Scheibe sollte nicht einfach so untergehen im totalen Underground. Hier wird progressiv noch GROSS geschrieben.

Neben wüsten Attacken der GOJIRA/ STRAPPING YOUNG LAD-Liga erschallen auch MESHUGGAH-pumpende Parts, verspielte DREAM THEATER-Passagen oder wuchtig grummelnde KORN-Keuler. Auf einen extrem straight groovenden Thrash-Part kann dann auch mal ein luftiger akustisch-melodischer Übergang folgen, der von einem DREAM THEATER meets TOOL-Teil abgelöst wird („Lie before You Sleep“). Im mächtig brüllenden Mittelteil wird auch mal gegrowlt, danach setzt wieder cleaner Gesang ein. Mal eben so hören ist nicht drin, da würde man das Beste verpassen! Also Voll und Ganz diesem Werk widmen. Nur dann entdeckt man Wahnsinnigkeiten wie den Opener „Rainy Pieces of Hell“, „Lie before You Sleep“, das rasend lospreschende Pump-Monster „Flesh Machines“ oder den grandiosen Titeltrack. Instrumental ist das hier ganz großes Tennis und die Verbindung der verschiedenen Genres gelingt wie Selbstverständlich. Da fällt zwar ein Alterna-Balladeskes Stück wie „Inbetween“ aus dem Rahmen, hat aber die selbe Klasse wie die Ballersongs. Wer auf den härteren DREAM THEATER-Sound der letzten Alben mit Portnoy stand, der wird hier etliche glücklich machende Songs finden (u.a. „C.M.R.“). Mit dem über 14 Minuten (allerdings inklusive einiger Minuten Leerlauf mittendrin) langen Schlussepos „The Lesson“ übertrifft man sich quasi selber, pröttelt bisweilen wie MACHINE HEAD voran, progt sich in Ekstase und zeigt mehr als Eindrucksvoll, dass es auch abseits der großen Prog Metal-Meister Champions League-Alben gibt!

Komplett großartige Scheibe!!!
MOSES

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