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NEGATIVE - God Likes Your Style

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Artist NEGATIVE
Title God Likes Your Style
Homepage NEGATIVE
Label HYPE RECORDS
Leserbewertung
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1.0/10 (1 Bewertungen)

Wenn sich die Finnen auf etwas verstehen, dann ist das emotionaler Rock’N’Roll. Als Beispiele seien HIM, THE RASMUS und zuletzt eben auch NEGATIVE genannt. Vielleicht liegt es an den langen Winternächten, dass in dem Land mit den lustigen Vornamen „Emotional Rock“ (so bezeichnen NEGATIVE ihre Mucke) einen so hohen Stellenwert hat. Auf jeden Fall sind die Herrschaften aus Tampere schon seit zwölf Jahren erfolgreich in diesem Genre unterwegs und nach vier Studioalben und einer Live-DVD haut das Quintett jetzt mit „God Likes Your Style“ eine Compilation mit Hits, Raritäten, Akustik-Versionen, B-Seiten und einem Cover heraus.

Die Neuinterpretation betrifft ALICE COOPERs „Lost In America“, das bei den Nordländern nicht minder knackig rüberkommt. Nicht fehlen darf natürlich der größte Single-Erfolg „The Moment of Our Love“, der als Original Acoustic Demo den Hardcore-Fans vermutlich Freudentränen in die Augen treibt. Außerdem ist aus der Schmachtabteilung noch „Still Alive“ in der Album-Variante vertreten. Die Nummer stammt vom 2003er Debüt „War of Love“ und lädt zum ausgiebigen Düsterkuscheln ein. Die Akustiktracks sind naturgemäß samt und sonders getragener ausgefallen, dennoch wissen die gitarrenbetonten Songs „Goodbye“ und „Lost Soul“ auch in Slow Motion durchaus zu gefallen. Das Live-Gekreische bei „In Memoriam“ muss wohl nicht weiter kommentiert werden. Die NEGATIVE-Zielgruppe ist eindeutig weiblich und steht auf Pathos und große Gefühle, wie sie „In Memoriam“ oder auch „Childhood Memories“ transportieren. Die Mädels stehen zweifellos auch auf Fronter Jonne Aaron, der mit dem Titeltrack „God Likes Your Style“ seinen ersten Song für NEGATIVE schrieb. Hier stehen treibender Glam-Rock und Sleaze-Gitarren im Vordergrund, zu denen sich beim gefühlsbetonten „Loving You“ noch ein präsentes Keyboard gesellt. Das flotte „Better Without You“ offenbart die GUNS’N’ROSES-Einflüsse auf den NEGATIVE-Sound, ehe „Heroine“ in einer Studio-Live-Fassung in die Vollen geht. Aus den Anfangstagen der Skandinavier stammt das treibende „My Personal Sensitivity“, während das druckvolle „Something“ nach Aussage der Band sowohl von METALLICA als auch NIRVANA inspiriert wurde. Bei „Dream Flowers“ geht Jonne sogar so weit, selbst von bei P.O.D. geklauten Gitarreneffekten zu sprechen. Wie auch immer, haben die Jungs gut umgesetzt und so eine weitere gelungene B-Seite abgeliefert, die nicht länger ein Schattendasein fristen muss. Ein wenig Grunge schwingt derweil bei „Black Light“ mit – übrigens eines der ersten Lieder mit Keyboarder Snack, der seit 2003 bei NEGATIVE ist. Bleiben noch das hochemotionale Frühchen „Dying Feelings“ und ganz zum Schluss als Hidden Track ein paar unverständliche russische Wortfetzen und unerwartete Tango-Rhythmen, die an eine besondere Studiosession erinnern sollen.

„God Likes Your Style“ hilft erfolgreich, die Zeit bis zum nächsten Studio-Longplayer zu überbrücken und ist definitiv mehr als ein Lückenbüßer. Über 74 Minuten zeigen NEGATIVE wie sich ihr Sound im Laufe der Jahre verändert hat und beweisen bei allen Songs Spielfreude und selbstverständlich viel Herz. So sind sie nun mal – diese Finnen.

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