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NEGATIVE - Neon

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Artist NEGATIVE
Title Neon
Homepage NEGATIVE
Label WARNER
Leserbewertung
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2.5/10 (2 Bewertungen)

Mit „Neon” hauen NEGATIVE ihr fünftes Studioalbum raus, nachdem es im letzten Jahr eine B-Sides-Compilation namens „God Likes Your Style“ für die Fans gab. Über ein Jahr haben die Finnen an ihrem jüngsten Output gearbeitet – bei den Texten unterstützt von Jeff Blue, seines Zeichens Produzent, A&R sowie Gründer von LINKIN PARK und mit Jimmy Westerlund als Produzenten und Warren Riker (SANTANA, KORN, MICHAEL JACKSON) in der Position des Assistant Producers wurden die Stücke zwischen Oktober 2009 und April 2010 im Broken Wave Studio in Los Angeles aufgenommen. Sänger und Gründungsmitglied Jonne Aaron kommentierte die neuen Songs wie folgt: „A mixture of traditional Finno-Slavic melancholy and all-American stadium rock, not forgetting the band’s hard rock/ grunge roots.“

Also alles beim Alten bei NEGATIVE, die mit „No One Can Save Me Tonight“ gleich einen veritablen Ohrwurm ins Rennen schicken. Auch die Vorabsingle „End of The Line“ bringt alle schmackhaften Düsterrock-Zutaten mit, wobei die Melancholie natürlich bei allem Bombast-Rock nicht zu kurz kommen darf. Das ist nicht unbedingt innovativer Stuff, denn Songs wie „Love That I Lost“ oder „Blood On Blood“ hat man gerade in skandinavischen Gefilden durchaus schon häufiger gehört, aber in der Heimat reicht das immer für obere Chartpositionen und auch hierzulande erfreut sich das Quintett einer wachsenden Fanbase. Mit einer Pianoballade a la „Believe“ oder dem Slow-Motion-Rocker „Jealous Sky“ übertreiben es NEGATIVE für meinen Geschmack zwar ein wenig mit dem Pathos, aber gleichzeitig schaffen sie mit den Nummern auch problemlos den Spagat zwischen finnischer Schwermut und amerikanischem Stadionrock. Letzterer blitzt bei den Nordeuropäern immer stärker durch (siehe beispielsweise „Celestial Summer“), im Vordergrund steht jedoch nach wie vor skandinavische Hausmannskost, die nicht mit knackigen Rhythmen und einer gehörigen Portion Melancholie geizt. „Days I’m Living For“ und „Kiss of Hope“ gehören eindeutig in diese Kategorie, während „Since You’ve Been Gone“ (hat nichts mit dem RAINBOW-Track zu tun) ungewohnt harte Töne anschlägt. Die Jungs auf Tampere, die sich seit 1997 ihrem „Emotional Rock“ widmen, erinnern sich mit „Fucking Worthless“ jedoch sehr schnell wieder ihrer Verantwortung insbesondere den weiblichen Fans gegenüber und grüßen mit der nächsten Schmuseeinheit, ehe „Neon Rain“ mit weiblichen Vocals und Kuschelgitarren zum großen Herz-Schmerz-Finale ansetzen.

NEGATIVE machen auf „Neon“ das, was sie am besten können: Eingängigen Rock mit dunkler Prägung, der ins Bein geht und die geschundene Seele berührt. Im depressiven Finnland zählen sie damit neben ihren Landsleuten HIM zu den großen Vertretern ihrer Zunft und auch wenn nicht jedes Stück ein Burner ist, müssen sie sich mit ihrem jüngsten Album keinesfalls verstecken.

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