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NENA - Oldschool

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Artist NENA
Title Oldschool
Homepage NENA
Label LAUGH & PEAS COMPANY
Leserbewertung
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4.5/10 (2 Bewertungen)

Schlanke 34 Jahre nach ihrem Debutalbum betitelt die unkaputtbare deutsche Pop-Ikone NENA ihr neuestes Werk „Oldschool“, was musikalisch dementsprechend sowas von passend umgesetzt ist, dass man sich in einer Zeitmaschine wähnt und meint, direkt in der Hochphase der NDW gelandet zu sein. Dabei schafft es ihr Produzent und Co-Writer SAMY DELUXE überraschend spielend leicht, ihr einen oldschool-Sound zu verpassen, ohne altbacken zu klingen oder leichte Einflüsse der „modernen“ Popmusik außen vor zu lassen.

NENA 2015 findet nahezu komplett elektronisch statt, doch das funktioniert! 17 Songs in gut einer Stunde Spielzeit lassen die beiden auf uns los, es ist kein kompositorischer Ausfall darunter auszumachen. Schon der Opener/ Titeltrack erinnert mit seinen elektronischen „Bontempi“-Sounds ganz derbe an TRIO in besten Tagen und doch verankern die leichten Rap-Parts den Song im Hier und Jetzt. Klingt dennoch wie ein typischer Früh-80er-Track, mit augenzwinkernd selbstironischem Text. Passend betitelt ist die erste Single „Lieder von Früher“, die einen schicken Groove hat und direkt ins Ohr geht. Das permanent erklingende Plattenknistern untermalt den Text des Songs und steht im Kontrast zu den elektronischen Elementen, dennoch harmoniert das Ganze prima. „Genau jetzt“ erschallt etwas melancholischer und wird hauptsächlich von NENAs nach wie vor unverkennbarer Stimme getragen, wohingegen „Ja das war´s“ beschwingter und fröhlicher klingt.

In „Betonblock“ geht man dem Titel entsprechend etwas harscher zu Werke mittels kälterer Elektronika und Riffs. „Mach doch was ich will“ erinnert leicht an GRAUZONE, „Berufsjugendlich“ dagegen kracht regelrecht punkig aus den Boxen, IDEAL jemand? Die bisherigen 7 Songs klingen alle unterschiedlich und einen sich dennoch eindeutig unter dem 80er-Banner, womit die Zusammenarbeit mit Samy nur als geglückt bezeichnet werden kann. Was so nicht zu erwarten war. Denn auch die balladeskeren Sachen wie „Sonnemond“, „Ein Wort“ oder „Bruder“ sind klasse umgesetzt. Mit „Kreis“ hat man in der zweiten Hälfte noch einen krachenden, leicht NDH meets NDW-beeinflussten Song am Start, in der Richtung hätte man ruhig noch ein, zwei mehr Sachen machen können. Zum Ende hin wird es doch etwas zu ruhig ausgerichtet insgesamt. Als Abschluss präsentiert man eine rockende Liveversion von „Zaubertrick“.

Ein überraschendes, mutiges aber dennoch sehr gelungenes Werk der sich immer wieder neu erfindenden NENA!

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