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NEO RODEO - Mein junges und sorgloses Herz

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Artist NEO RODEO
Title M
Homepage NEO RODEO
Label TAPETE RECORDS
Leserbewertung
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9.5/10 (8 Bewertungen)

Bereits Ende April haben NEO RODEO ihr Debüt „Mein junges und sorgloses Herz” veröffentlicht, das leider mitsamt der Herbst-Konzerte an mir vorbeigegangen ist. Jetzt waren die fünf Freiburger Johannes Winter (Gesang & Gitarre), Mathias Greule (Gitarre & Backing Vocals), Lena Smejkal (Backing Vocals & Percussion), Simon Martin (Bass & Backing Vocals) und Jeremy James Dhome (Drums & Percussion) zu Gast bei INA MÜLLER im Schellfischposten und mir wurde klar, dass ich ganz eindeutig etwas verpasst hatte.

Wenn RIO REISER und JOHNNY CASH eine Band gegründet hätten, dann klänge sie nämlich vermutlich wie NEO RODEO. Das Schlagzeug klappert, die Gitarre kratzt und die Stimme berichtet großmäulig und mit knochentrockenem Charme von den Abenteuern des Alltags. „(Hallo, Hallo) Ich bin wieder da“ singen die Badenser in ihrem Opener und stellen sogleich fest: „Dieser Rock’n’Roll ist nun mal ein Teil von mir.“ – ja, man hört das Herzblut, das in der mitreißenden Musik steckt! Der Titeltrack „Mein junges und sorgloses Herz“ schließt sich da gutgelaunt mit viel Rhythmus und einer guten Prise Country-Feeling an. Ein Cowboy lässt sich eben nicht so ohne weiteres einfangen und braucht seine Freiheit. Wobei wir es hier nicht mit der TRUCK-STOP-Nachfolge-Generation zu tun haben und auch mit der Mucke von THE BOSSHOSS haben NEO RODEO wenig gemeinsam. Der Fünfer erzählt stattdessen kleine Geschichten, die mit eingängigen Melodien und einer ordentlichen Portion Rock’n’Roll mitten ins Herz treffen „Alles was ich hab“ ist ein schepperndes Rührstück für den lonesome Cowboy, während „Meine Karriere und ich“ zum knackigen Befreiungsschlag ausholt. Folgen wir in „Abrahams Bar“, wo Saxofon und Piano mit viel Americana-Wumms aufspielen, bevor ein „Fleißiges Mädchen“ dem Blues huldigt. „Freie Liebe“ wünschen sich NEO RODEO ebenso wie „Urlaub“. Beides kriecht umgehend in die Gehörgänge und wenn der emotionsgeladene „Milchmann“ kommt, klingt das gar ein wenig nach Hamburger Schule. „Alles egal“ skandiert Johannes Winter wenig später mit rauen Vocals und wenn die Jungs „Nicht mehr ganz klar“ sind, dann zeigen sie eine Seite deutscher Rockmusik, auf die wir lange warten mussten. „Ganz sicher vielleicht“ lässt das erfrischende Kontrastprogramm zum allgegenwärtigen Singer-/Songwriter-Programm sentimental enden – so ein harter Cowboy hat schließlich tief in seinem Innersten auch einen weichen Kern.

Beim Hören von „Mein junges und sorgloses Herz“ kamen mir die Hamburger  Alternative-Country-Formation FINK und der leider im letzten Jahr viel zu früh verstorbene NILS KOPPRUCH in den Sinn. Nehmen wir noch GISBERT ZU KNYPHAUSEN mit auf die Stage, der gemeinsam mit Koppruch die Band KID KOPPHAUSEN auf der Taufe gehoben hat und wir hätten meine Idealvorstellung einer umwerfenden Live-Combo. NEO RODEO sind auch im Alleingang schon ziemlich nahe an meiner Wunschkonstellation dran und machen sich hoffentlich bald wieder auf den Weg, auch die norddeutschen Bühnen zu bespielen.

 

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