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NEONRAIN - …of the dead (3-CD)

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Artist NEONRAIN
Title …of the dead (3-CD)
Homepage NEONRAIN
Label STEELWORK MASCHINE
Leserbewertung
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6.6/10 (8 Bewertungen)

NEONRAIN meldet sich nach vier Jahren (abgesehen von einer Split-CDr mit EARTH INCUBATOR) mit einem neuen Album zurück. Und ist schon das letzte Werk mit zwei CDs umfangreich ausgefallen, so legt Co-Steelwork Maschine-Chef Serge Usson (STORM OF CAPRICORN, LIGNE CLAIRE) mit seinem Projekt nun noch eine weitere Schreibe drauf. Unterstützt wird er dabei teilweise von David Delwiche (HYTC, LIGNE CLAIRE). Wie es der Name und vor allem das Artwork erahnen lassen, befasst sich NEONRAIN mit George A. Romeros erster Zombie-Trilogie. Wobei sich jede Scheibe mit einem der Filme auseinander setzt und musikalisch einen etwas anderen Fokus legt. Ganze fünf Jahre haben sich die beiden dafür Zeit gelassen und es schließlich auf beeindruckende fast 180 Minuten Spielzeit gebracht.

„A night“ fängt noch harmlos mit einem Pianospiel an, zeigt aber schnell seinen wahren Charakter: Noiseflächen dominieren mit krachigen Power Electronics. Im mittleren Teil geht es etwas ruhiger zu, um dann noch einmal aufzuleben. Diverse Filmzitate schaffen einen gewissen Handlungsstrang. Eine Art Rhythmik kann man einigen Stücke nicht absprechen. Und so fühlt man sich manchmal entfernt an HAUS ARAFNA erinnert. Die zweite Scheibe „A dawn“ kommt wesentlich ruhiger daher. Dark Ambient und Drones mit elektronischen Spielereien sind hier das Rezept für die Vertonung des Zombie-Alptraums. Für mich das beste Stück der Veröffentlichung. Hier kommt eine gewisse zombieapokalyptische Stimmung am besten auf. „Fiese“ Töne und diverse Samples tun ihr Übriges dazu. Das Finale mit „A Day“ ist keinesfalls ein Hoffnungsschimmer aus dem Alptraum. Immerhin ist diese Scheibe mehr songorientiert und enthält vor allem Electro-Industrial-Stücke mit Melodien und Rhythmus. Aber auch hier versteht es NEONRAIN geschickt, jeden sensiblen Hörer zu verstören und in die Flucht zu schlagen. Zombies sind halt böse, fies und düster … ob nun in der Nacht, in der Dämmerung oder am Tag.

„…of the dead“ ist auf jeden Fall ein beeindruckendes Stück Kunst und zeugt von wirklicher Ehrfurcht hinsichtlich Romeros Werk. Aber ich muss auch gestehen, dass mir das Vorgänger-Album besser gefallen hat. Wenngleich sich NEONRAIN nach wie vor sehr experimentierfreudig und abwechslungsreich zeigen, sind fast drei Stunden Zombie-Soundtrack doch ein ganz schöner Hammer. Und wer immer noch nicht genug haben sollte, kann sich auch noch die Bonus-CD „More of the dead“ holen, die sich mit der zweiten Trilogie im lo-fi Noise Folk Style befasst. Oder alles zusammen in einer auf 50 Stück limitierten Metallbox mit T-Shirt und Stickern. Da muss man dann langsam aufpassen, nicht selber zum Liebhaber rohen Fleisches zu werden. Für Zombie- und Industrial-/ Noise-Anhänger auf jeden Fall keine schlechte Anschaffung.

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