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NEUFUNDLAND - Scham

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Artist NEUFUNDLAND
Title Scham
Homepage NEUFUNDLAND
Label UNTER SCHAFEN RECORDS
Leserbewertung
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10.0/10 (4 Bewertungen)

NEUFUNDLAND ist eine kanadische Insel vor der Nordostküste Nordamerikas im Atlantischen Ozean und der Name einer Kölner Indie-Band, die seit 2013 existiert und jetzt mit „Scham“ ihren zweiten Longplayer vorlegt. Das Debüt „Wir werden niemals fertig sein“ erschien Ende 2017 und betrachtet man den kurzen Zeitraum von rund 1 ½ Jahren zwischen diesen beidem VÖs, darf man wohl davon ausgehen, dass Fabian Mohn, Fabian Langer, Niklas Stade, Robin Lussu und Matthias Lüken nicht dazu neigen, auf der faulen Haut zu liegen.

Wer angesichts des Albumtitels jetzt allerdings mit irgendeiner verhuschten Lala rechnet, wird bereits mit dem Opener „Liebe“ eines Besseren belehrt. Krachende Gitarren und parolenartige Gesänge weisen den Weg, der sehr smooth in Richtung „Alles Lüge“ geht. Derweil reflektiert die Single-Auskopplung „Männlich, blass, hetero“ die eigenen männlichen Privilegien und übt das tanzbare „Hochwassertouristen“ Kritik an den Lebensgewohnheiten der sogenannten Generation Y. „Viva la Korrosion“ ist ein düsterer, ironischer Abgesang einer bigotten Gesellschaft, die an ihren Widersprüchen zu zerbrechen droht. „Staub der Verlierer“ versprüht ein wenig Melancholie, während „Die Nacht ist jung“ einen Hauch R’n’B-Atmosphäre atmet und „Eine Nagelbombe später“ mit Punk-Versatzstücken vom institutionellen Rassismus und den Verbrechen der NSU erzählt.

Über alles betrachtet machen NEUFUNDLAND auf „Scham“ durchaus radiotaugliche Musik, die mit Texten daherkommt, die es wert sind, einer genaueren Betrachtung unterzogen zu werden. Auf diese Weise ist der zweite Streich der Dom-Städter so etwas wie eine ausgefeilte Text-Provokation mit verspielt-leidenschaftlichen Melodien mit Tiefgang geworden. Wobei die Klangarchitektur genau die Komplexität mitbringt, um interessant und nachhaltig zu sein und eingängig genug ist, um problemlos im Ohr zu bleiben.

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