Band Filter

NEVERMORE - Enemies of reality

VN:F [1.9.22_1171]
Artist NEVERMORE
Title Enemies of reality
Homepage NEVERMORE
Label Century Media
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
9.0/10 (2 Bewertungen)

Gute Metal-Bands gibt es viele, doch nur wenige sind unverwechselbar. Nach einer langen Tour, einem erneuten Produzentenwechsel (Queensryche-Mitglied Kelly Gray kam für Andy Sneap) und der mutigen Entscheidung, sich von allen Erwartungshaltungen zu lösen, sind NEVERMORE mit „Enemies of reality“ an dem Punkt angekommen, an dem Vergleiche nicht mehr greifen und sie ausschließlich klingen wie sie selbst.

Auf der (übrigens hervorragenden) Homepage der Band wurden erste Stimmen laut, das neue Album sei etwas „kurz“ geraten. Doch genau das ist der Punkt. 9 Stücke, keines mehr, stehen auf dieser Scheibe und keines von ihnen hat auch nur ein Gramm zu viel Fett auf den Rippen. Der Wirbelwind der ersten Stücke zieht vorbei und hinterlässt einen sprachlos: Brutale Gitarren, präzises Drumming und Warrel Danes Stimme, die bei aller Präsenz nie aufgesetzt wirkt. Lediglich in den beiden Speed-Krachern „Create the Infinite“ und „Seed Awakening“ übernimmt die Band sich ein wenig, doch dem stehen das düster-dräuende „Noumenon“ und die Semi-Ballade „Who’s to decide“ (mit der schönen Textzeile „Heroes and rapists / they all have nice faces / but who decides / who defies / who draws the lines“) mehr als ausgleichend gegenüber. Durch das ganze Album zieht sich dabei der prägnante NEVERMORE-Sound mit der extrem weit nach vorn gemischten Gitarre von Jeff Loomis und einer ungeahnten Individualität aller Musiker bei einem trotzdem homogenen Gruppenklang.

Den Stilmix kann man durchaus als eklektisch bezeichnen – es gibt ruhige Nummern, Doom und straightes Riffing – doch alles wird zusammengehalten von der einzigartigen Dynamik und dem grenzenlosen Selbstbewusstsein einer Band, die ihren Höhepunkt noch lange nicht erreicht hat.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

NEVERMORE - Weitere Rezensionen

Mehr zu NEVERMORE