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NEVERMORE - The Year of the Voyager (2-DVD)

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Artist NEVERMORE
Title The Year of the Voyager (2-DVD)
Homepage NEVERMORE
Label CENTURY MEDIA
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

In der beliebten Rubrik Zweitverwertung des eigenen Materials melden sich jetzt auch die Amerikaner NEVERMORE mit einem wertigen Produkt zu Wort. „The Year of the Voyager“ ist der Titel dieser Doppel DVD mit einer 4-stündigen Gesamtlaufzeit. Das Hauptaugenmerk liegt dankenswerterweise auf Live Performances der Band, im Mittelpunkt steht die Bochum Show der „Godless Endeavour“-Tour, die zweite DVD enthält dann Teile anderer Shows und zeigt die Band u. a. in Wacken und während der Gigantour mit MEGADETH und DREAM THEATER.

Über die Qualität der präsentierten Songs muss hier wohl nicht viel gesagt werden. NEVERMORE zählen ganz klar zur Speerspitze der heutigen Metalszene, ihr letztes Album „This Godless Endeavour“ gilt schon jetzt als Klassiker, auch der Vorvorgänger „Dead Heart in a dead World“ kann ähnliche Wertschätzung für sich beanspruchen. Dazu hat die Band noch weitere hochklassige Alben in der Hinterhand, eine zweistündige Show wird von NEVERMORE dementsprechend spielend leicht mit lauter Knallern gefüllt. Zudem dürfte auch hinreichend bekannt sein, dass sich die Band und insbesondere Sänger Warrel Dane auf dieser Tour in einem fantastischen Zustand befanden. Dies alles spiegelt der Triumphzug vor der nach meinem Wissen seinerzeit ausverkauften Zeche in Bochum wider. Richtig zufrieden ist der Rezensent jedoch nicht. Warum?

Zunächst fallen die hektischen Schnitte bei mir und ganz subjektiv negativ ins Gewicht. Diese tragen nicht eben dazu bei, dass sich ein Konzertfeeling einstellt, wo es die eigene Freiheit ist, den Blick auf einem Musiker verweilen lassen zu können um an ihm, seinem Gesicht, seinen Gesten und seiner Handgriffe die Musik zu spüren. Statt dessen wird der Zuschauer ständig zwischen den Musikern hin- und hergeswitcht um keines der Technikschmankerln zu verpassen. Davon gibt es im NEVERMORE Kosmos bekanntlich viele. Wie schon gesagt eine sehr subjektive Kritik – kann man auch ganz anders sehen und sich genau so wünschen, wie die Band es hier gemacht hat. Ein zweiter Punkt ist die gründliche Aufhübschung des Konzertsounds. Von diesem ist wohl so schrecklich viel nicht geblieben. Diese mittlerweile gängige Unsitte wird allgemein damit erklärt, dass ein zahlender DVD Käufer für sein Geld auch ein akustisch adäquates Produkt in die Hand bekommen soll. Nun, mit dieser Soundreinheit rechne ich jedoch nur, wenn ich eine Studioarbeit kaufe. Live ist jedoch eine andere Baustelle und zumindest ich lege Wert darauf, dann etwas Authentisches zu hören, auch das Publikum zu hören und zwar nicht nur, wenn es gerade die von der Band gewünschten Reaktionen wie Mitklatschen oder Mitsingen zeitigt. Lediglich die ersten Songs lassen sich jedoch dermaßen authentisch an, hier gehen kleinere Spielfehler noch durch, auch ein anfänglich suboptimaler Sound ist hier noch nicht glatt gebügelt. Zunehmend wundert man sich dann jedoch, dass Smyth und Loomis die Soli auch wild bangend noch wie auf CD runterzocken. Ein kleiner Test bringt dann schnell Klarheit: einfach mal bei YouTube nach NEVERMORE Live schauen. Zufällig stößt der neugierige Schreiber sofort auf einen Live Clip ausgerechnet vom selben Gig in Bochum und hört sich mal an, wie „Sentient Nr. 6“ während des Konzertes wirklich klang. Der Unterschied ist mit einem Wort doch recht groß. Für mich ein Ärgernis, die Studio CD besitze ich nämlich bereits.

Hier müsst ihr aber selbst entscheiden, wie ihr eure Konzertaufbereitung haben wollt. Technisch ist bei dieser DVD und bei der Performance der Band alles dufte. Die DVD ist nett aufgemacht, glänzt auch mit einem schönen Intro. Für mich interessant scheint jedoch eher die zweite DVD mit recht natürlich klingenden Auftritten. Leider gibt es hier das Kuriosum zu vermelden, dass dieser zweite Rundling fehlerhaft angeliefert wurde. Ich gehe sehr davon aus, dass dies nur für mein Exemplar gilt, ansonsten wäre das wohl für Century Media ein beispielloses Debakel. Wie schon gesagt, die wenigen Fetzen, die mir zu sehen vergönnt waren zeigen die Band so, wie ich sie sehen will und auch bereits gesehen habe: Technisch brillant, aber auf der Bühne auch roh und ungeschliffen – eine tolle Metalband, die vor Energie förmlich Funken versprüht. So sollte es immer sein!

Das Fazit fällt insgesamt zwiespältig aus. So gut die Band auch ist, eine solche Live Aufbereitung ist nicht LIVE, insofern erfüllt eine Best-Of den gleichen Zweck. Wer also die Studioalben bereits besitzt bekommt von der Band nur wenig Neues, Ungewohntes zu hören. Wer auf diese Art der Aufbereitung steht, bekommt ein wunderbares und höchst wertiges Fan Produkt in die Hände, das einige schöne Stunden vor der Flimmerkiste bietet und eine grandiose Metal Band bei der Arbeit portraitiert.

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