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NEW CONCEPT - The Outer Gates

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Artist NEW CONCEPT
Title The Outer Gates
Homepage NEW CONCEPT
Label STRANGEWAYS
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NEW CONCEPT – Dieser Name steht gleichsam für eine Chemnitzer Synthie Pop Band wie auch für das Bestreben des Indie Labels Strangeways eine leichte musikalische Kurskorrektur durchzuführen. Und so fällt das zweite Album des Kreativ-Trios nach „Wheel of Love“ aus dem Jahre 2000 ziemlich poppig aus. Warum hat es nun so lange gedauert, bis „The Outer Gates“ endlich (Anfang Februar 2004) veröffentlicht werden kann? Die Songideen stammen aus den Jahren 2000 und 2001, die Aufnahmen stehen seit Anfang 2003, aber der Releasetermin wurde immer wieder nach hinten korrigiert. Auch eine ursprünglich avisierte Single wird nun nicht mehr stattfinden. Die Band erklärt dies mit dem Aufbau eines eigenen Studios, bei dem man finanziell einen Drahtseilakt schaffen musste, zudem gab es die Idee, die CD von einem Major lizenzieren zu lassen. Auch das Besetzungskarussell drehte sich: Drummer Kalle schied aus, dafür ist nun der Gitarrist von Chris Pohls PAIN OF PROGRESS mit an Bord. Und Oliver J. Keil übernahm auch gleich noch einige Gesangparts, die er mit seiner 3-Oktaven umfassenden Stimme spielend meisterte.

Der Gesang – warm und weich – spielt auch gleich eine Hauptrolle im elektronischen Klangverbund der Ostdeutschen. Zumeist klingt es ERASURE-beeinflusst, bei „Wild Brain“ allerdings wieder nach DEPECHE MODE, von denen auch die Cover-Version „Blue Dress“ als Bonus enthalten ist (mit Originalstimme!). Der Opener und Single-Kandidat „U stop me“ überzeugt mit einer unnachahmlichen Hookline, die mich stark an EIFFEL 65 erinnert, dazu trägt natürlich auch der verzerrte Gesang bei. Danach wird es fröhlich, man kann mitsummen und –pfeifen. Die im Synthie Pop normalerweise (latent) vorhandene Melancholie weicht hier einer positiven Weltsicht, die Welt ist schön! Wunderschöne Melodielinien, die „klassischen“, gut arrangierten Pop atmen, füllen die Luft zwischen meinen Lautsprechern. Von „Station Man“ gibt es auch noch einen ganz chilligen Remix mit weiblichen Vocals, was ganz klar aufzeigt: Das hier soll „Weltmusik“ sein, nicht im klassischen, sondern im meditativen Sinne. Und sowohl Produktion wie auch englische Phrasierung halten höchste Standards.

Neben all den traurigen Brutalotracks eine willkommene Abwechslung in meinem Player, aber andauernd kann ich mir diese süßliche Mucke auch nicht geben. Es wird spannend sein, wie die Fans diesen geradezu anachronistischen Output aufnehmen werden, in den Zeiten von harschem EBM und glattgebügeltem Future Pop!

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