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NIEDECKEN - Zosamme alt

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Artist NIEDECKEN
Title Zosamme alt
Label VERTIGO
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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4.8/10 (12 Bewertungen)

Wolfgang Niedecken ist zurück. Nach seinem Schlaganfall Ende 2011 war es verständlicherweise erst einmal ruhig geworden um den „kölschen Dylan“, der jetzt jedoch gleich doppelt von sich reden macht. Einmal mit seinem neuen Buch „Zugabe – Die Geschichte einer Rückkehr“, in dem er die Zeit nach seiner Erkrankung thematisiert, und dem akustischen Solo-Album „Zosamme alt“, das ausschließlich Songs enthält, die der 62-jährige der Mutter seiner Kinder gewidmet hat.

Entstanden sind diese sehr persönlichen Lieder in den letzten gut 20 Jahren. Für die CD-Aufnahmen hat sich der Musiker, Autor und bildende Künstler einen Traum erfüllt und die Tracks in chronologischer Reihenfolge in einer zum Studio umgebauten alten Kirche in Woodstock aufgenommen. Auf dem Silberling macht allerdings der Titelsong „Zosamme alt“ als eine Art Prolog den Anfang, den NIEDECKEN im Sommer 2012 in der Türkei geschrieben hat. Darauf folgt dann jedoch tatsächlich das allererste und damals streng geheime Lied „Raats un links vum Bahndamm“, der zwar mehr als zwei Jahrzehnte auf dem Buckel hat, aber immer noch schlicht und ergreifend schön ist. In diesem Sinne schließt sich – wie nicht anders zu erwarten – in durchgängig präsenter kölscher Mundart – „Griefbar noh“ an, ehe mit dem wunderbaren „Noher zo mir“ einer meiner Favoriten auf dem Programm steht. Dafür zeichnet insbesondere die fantastische Slideguitar verantwortlich, aber natürlich steht bei allen 14 Stücken die Gitarre als Instrument im Mittelpunkt. Jede Nummer hat gleichzeitig jedoch seinen ganz eigenen Charme und strahlt eine besondere Intensität und Intimität aus. So groovt „Lena“ sehr entspannt, während mich beim melancholischen „Jedanke em Treibsand“ neben der Violine auch der Text besonders zu fesseln weiß. Eine Mundharmonika eröffnet derweil „Für Maria“ und auch eine „Magdalena“ gibt es auf dem Silberling – mit dem Zusatz „(Weil Maria hatt ich schon)“ – eine weitere Liebeserklärung auf dem Konzeptalbum, das mit „Waat ens jraad“ ein Saxofon zum klingen bringt, ehe „Alles, wat ich zo jahn wohr“ schließlich noch als Hommage an den von NIEDECKEN hoch geschätzten BOB DYLAN verstanden werden darf, denn dessen Song „All I Really Wanna Do“ stand bei diesem Lied Pate.

„Zosamme alt“ ist eine ganz besondere Platte, die es im Übrigen auch als 2LP und limitierte 2CD-Hardcover-Deluxe-Version inkl. 40seitigem Booklet & 5 Bonustracks gibt. Die Langrille bildet zudem die Basis für die lang erwartete „BAP zieht den Stecker“-Tour, die für das kommende Frühjahr terminiert ist. Als inzwischen einziges verbliebenes Gründungsmitglied der 1976 aus der Taufe gehobenen Kölschrock-Institution wird Wolfgang Niedecken sicher auch den einen oder anderen Song dieses Longplayers auf die Setlist übernehmen.

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